Ausraster nach Kuss: Unnaer verletzt Bekannten mit Heckenschere

dzGericht

Bisswunden, Prellungen und ein zerstörter VW Golf: Weil er seine Frau und einen gemeinsamen Freund beim Küssen erwischte, rastete ein Unnaer im April diesen Jahres völlig aus. Das hatte jetzt ein Nachspiel vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 02.12.2019, 11:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Anblick, wie sich seine Frau und ein Freund küssten, ließ einen Unnaer offenbar in unkontrollierte Rage geraten: Das bekamen der plötzliche Rivale und „dessen“ Auto zu spüren. Nun hatte der Fall ein erstes juristisches Nachspiel.

Sie waren Freunde und deshalb dachte sich der Unnaer in der Nacht auf den 14. April auch nichts dabei, den Besucher und seine Gattin alleine zu lassen, um sich nach einem tiefen Blick ins Glas etwas hinzulegen. Umso größer waren Schock und Wut, als er unbemerkt wieder aufstand und beide bei einem innigen Kuss ertappte. Laut Anklage revanchierte er sich noch in der selben Nacht gleich zwei Mal.

Zunächst traf es das Auto, mit dem der Nebenbuhler in Unna war und das auf der Berliner Allee geparkt war. Er zerstörte Scheinwerfer, zerschlug Scheiben und trat einen Außenspiegel ab. An dem relativ neuen VW Golf, bei dem es sich zu allem Überfluss um einen Firmenwagen handelte, entstand ein Schaden von knapp 12.500 Euro.

Doch der Unnaer war offenbar noch lange nicht fertig. Etwas später, so der zweite Vorwurf, traf er im Bereich der Platanenallee auf den Gegner, stritt mit ihm, schlug mit einer Heckenschere auf ihn ein und biss zu, als der ihn in den Schwitzkasten nahm. Der Kontrahent zog sich dabei Prellungen und Schürfwunden zu.

Vieles, was in der Aprilnacht geschah, vergaß der Unnaer offenbar wegen seiner Alkoholisierung, der Kuss brannte sich aber offenbar in sein Gedächtnis ein. Mit sichtlichem Unbehagen erinnerte er sich nun, als er wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung vor dem Amtsgericht stand, an den Moment.

„Da bin ich durchgedreht“, erklärte er. Danach wisse er nicht mehr, was er getan habe. Aber bestreiten wolle er die Beschädigung des Wagens und die gewaltsame Attacke gegen den Rivalen nicht. Eine Aussprache habe es danach nicht gegeben. Er wolle mit dem früheren Freund nichts mehr zu tun haben. „So etwas macht man eigentlich nicht“, betonte er.

Der Geschädigte erschien trotz Ladung nicht zum Termin. Das Verfahren musste deshalb ausgesetzt werden und wird demnächst neu aufgerollt. Um sicherzustellen, dass der Zeuge dann vor Ort ist, soll er polizeilich vorgeführt werden. Zudem muss er 200 Euro Ordnungsgeld zahlen – ersatzweise vier Tage Haft.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Massener Senke
Eigentümer gefunden: 32.000 Euro Höchstgebot für Müll-Grundstücke bei Unna-Massen