Ausgleich für zerstörten Wald zu teuer: Mountainbiken im Bornekamp endgültig abgehakt

dzMountainbike-Strecke

Eine Mountainbike-Strecke im Bornekamp ist endgültig vom Tisch. Möglich wäre sie in dem Waldgebiet nur mit sechsstelligen Kosten für Ausgleichsmaßnahmen. Illegal geht der Betrieb aber weiter.

Unna

, 18.12.2019, 09:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der inoffiziell errichtete Hindernisparcours für Mountainbiker im Bornekamp ist seit geraumer Zeit Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Zuletzt hatte die SPD-Fraktion beantragt zu prüfen, ob und wie das Mountainbike-Fahren in dem Waldgebiet offiziell ermöglicht werden könnte. Die Antwort liegt jetzt vor und hat die Diskussion endgültig beendet: Es wäre zu teuer.

Bis zu 690.000 Euro für Wald-Ausgleich

Umweltamtsleiter Rolf Böttger berichtete im Umweltausschuss über eine Einschätzung der Forstbehörde „Wald und Holz“ nach einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt und des Kreises Unna. Demnach wäre es denkbar, die infrage kommende Fläche zu entwidmen, ihr den Status eines schützenswerten Waldes zu nehmen.

Rampen und andere Anlagen für die sportlichen Fahrradfahrer könnten dann legal errichtet werden. Dann müsste die Stadt Unna aber eine Ausgleichzahlung in Höhe von 690.000 Euro zahlen.

Teuer auch ohne gefährliche Rampen

Auch eine abgespeckte Variante würde kostspielig: Auf die selbst gezimmerten Rampen, die ohnehin als gefährlich eingestuft würden, könnte verzichtet werden. Die Jugendlichen könnten also lediglich im Bombentrichter „rauf und runter“ fahren. Auch dann aber müsste eine Ausgleichzahlung erfolgen: 150.000 Euro.

Außerdem, so Böttger, wäre die Stadt dann in der Verkehrssicherungspflicht. Die Fläche würde dann wie ein Spielplatz eingestuft. Es müsste sichergestellt werden, dass keine Bäume auf die Strecke fallen. Regelmäßige Kontrollen der zahlreichen Bäume würden mehrere Tausend Euro kosten.

Bornekamp für Mountainbiker abgehakt

Variante 3: Der Wald mit seinem wertvollen, bis zu 150 Jahre alten Baumbestand wird für die Nutzung durch Mountainbiker gesperrt. Und so wird es nun gemacht. Die Frage, ob eine offizielle Mountainbike-Strecke eingerichtet werden kann, sollte nun „abgehakt“ werden, schlug Ralph Bürger von der SPD-Fraktion vor. Dem widersprach niemand.

Suche nach Alternativen

Wo soll die Mountainbike-Szene sich dann künftig treffen? Die Suche nach alternativen Strecken in Unna beginnt. Die Bündnisgrünen haben die Freizeitbad-Fläche in Massen vorgeschlagen. Billmerichs Ortsvorsteher Bernhard Albers, in dessen Zuständigkeit der Bombentrichter liegt, hat den Auftrag bekommen, im Umfeld nach Alternativen Ausschau zu halten. Eventuell könne ein Landwirt bereit sein, ein Stück Feld zu verpachten.

Neue Rampen gezimmert

Unterdessen muss sich die Stadt mit neuen illegalen Rampen beschäftigen. Wie im Ausschuss zu erfahren war, ist wieder gebaut worden im Bornekamp.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Abfallwirtschaft
Achtung, Seitenlader: Jeder zweite Unnaer stellt seine Gelbe Tonne falsch heraus
Hellweger Anzeiger Aktion Zeitungsspende
Geld für einen guten Zweck: Circus Travados benötigt dringend neue Heizung
Hellweger Anzeiger Neues Programm
Wie Unnas Jugendkunstschule die Sozialkompetenzen von Kindern und Jugendlichen fördert
Meistgelesen