Ausfall der Tiefkühlanlage kostet Rewe im Unnaer Hellweg-Center 20.000 Euro

dzTechnischer Defekt

Etwa 20.000 Euro Schaden dürfte der Ausfall der Tiefkühlanlage bei Rewe Dürre verursacht haben. Auslöser war ein Defekt in der Steuerung der Anlage. Inzwischen läuft sie wieder – mit frischer Ware.

Unna

, 26.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Hitze war ein Problem für die Tiefkühlanlage des Unnaer Rewe-Händlers, aber nicht der eigentliche Auslöser für den Totalausfall am Donnerstag. Ein technischer Defekt traf das System zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt und an einer Stelle, die auch die Sicherheitsprogramme ausgeschaltet hat, erklärt Geschäftsführer Frank Dürre nun.

„Die Anlage selbst ist modern und wird auch regelmäßig gewartet“, so Dürre. „Defekte wie dieser können aber leider immer vorkommen. Das Wetter hat den Fehler nicht ausgelöst, die ganze Sache aber verschärft.“

Waren im Wert von 20.000 Euro entsorgt

Am Donnerstag musste der Rewe-Händler den gesamten Warenbestand an Tiefkühlprodukten entsorgen. Rund 20.000 Euro Schaden sind dabei laut Dürre entstanden. Ob der Schaden von einer Versicherung ersetzt wird, sei noch in Prüfung. Dürre hofft aber darauf.

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Die Tiefkühlanlage muss in der Nacht ausgefallen sein, als der Rewe-Markt bereits geschlossen war. Eigentlich hätte das System eine Störungsmeldung abgeben müssen. Über eine Datenleitung ist die Anlage mit dem Hersteller verbunden, der für solche Fälle einen Bereitschaftsdienst unterhält. Aber auch diese Signalübertragung hat nicht funktioniert, weil der Defekt an einem zentralen Teil der Steuerung aufgetreten ist. „Hätten wir rechtzeitig Bescheid bekommen, wäre vielleicht noch was zu retten gewesen“, so Dürre.

Ausfall der Anlage blieb zu lange unbemerkt

So aber konnte die Temperatur im System über mehrere Stunden unbemerkt steigen. Und das tat sie bei erhöhter Umgebungstemperatur auch recht flott. Erst am Morgen entdeckte die Belegschaft das Malheur vor Ort. Die Ware war bereits aufgetaut. „Das hätten wir auch nicht mehr zum halben Preis verkaufen oder verschenken können“, so Dürre. „Da geht es dann auch um die Sicherheit der Menschen.“

Der eigentliche Defekt sei danach schnell behoben worden. Doch es standen noch zwei Folgeprobleme im Raum: Eine ausgefallene Tiefkühlanlage wieder in Betrieb zu nehmen und auf die vorgeschriebenen Werte herabzukühlen, dauert angesichts der heißen Temperaturen länger als etwa im Winter. Und: Neue Waren mussten erst einmal geliefert werden. Üblicherweise trifft eine Lieferung Tiefkühlkost bei Rewe am Donnerstag ein. Es gelang aber, die Logistik anzupassen.

Seit Freitagmorgen wieder neue Ware

Am Freitagmorgen begannen Mitarbeiter damit, die Truhen mit neuer Ware zu bestücken. Die offenen Apparate waren zunächst mit den Jalousien verschlossen, die normalerweise nur nachts zum Energiesparen ausgezogen werden. Viele Abteile waren erst einmal nur teilweise gefüllt, manche noch leer. „Die Auswahl ist aber da, auch wenn die Bestände noch nicht ganz aufgefüllt sind“, so Dürre. Im Laufe der kommenden Woche dürften die Truhen dann wieder ganz aufgefüllt werden.

Was der Kunde als Kühltruhe sieht, ist eine wesentlich komplexere Anlage, die ihre Kälte aus großen Kompressoren außerhalb des Verkaufsraumes bezieht. Ein Steuerungscomputer erlaubt den Blick auf mehrere Parameter, die über die Temperatur in den Kühltruhen hinaus reichen. Frank Dürre könnte sogar via Internet aus der Ferne nachschauen, ob seine Tiefkühlware sicher gekühlt wird.

Erkennbar erhöht ist bei den derzeitigen Temperaturen etwa der Druck des Kältemittels. Die Kühlanlage im Hellweg-Center ist bei der aktuellen Hitze durchaus stärker gefordert, stellt die erforderlichen Minusgrade aber her.

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