Wie Realschüler in Unna fit für die Ausbildung gemacht werden

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Kfz-Mechatroniker, Altenpfleger, Logistiker: In Unna gibt es viele Ausbildungsmöglichkeiten. Was sie dort erwartet, erfahren Realschüler nicht von Berufsberatern, sondern von Altersgenossen.

Massen

, 04.09.2019, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Alexander Nagel ist es eine klare Sache: „Hätte es so ein Angebot damals an meiner Schule auch gegeben, wäre das genau richtig gewesen.“ Der 21-Jährige macht eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei der Autowerkstatt Heisel und Heiner und ist als „Ausbildungsbotschafter“ Teil eben jenes Angebotes, das er sich als Schüler selbst gewünscht hätte.

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Die 150 Schüler des neunten Jahrgangs der Hellweg-Realschule erfuhren am Mittwoch aus erster Hand, was ein Kfz-Mechatroniker, eine IT-Kauffrau oder eine Altenpfleger eigentlich den ganzen Tag machen, welche Voraussetzungen sie für die jeweiligen Ausbildungen mitbringen müssen und was man wo verdient.

Als sogenannte „Ausbildungsbotschafter“ standen ihnen Azubis aus zehn verschiedenen Unternehmen im Kreis Unna Rede und Antwort. Alexander Nagel war zusammen mit seinem Azubi-Kollegen Mika Ziesing von der Autowerkstatt Heisel und Heiner in die Realschule gekommen – und vor ihnen saßen nur Jungs. „Das ist tatsächlich immer noch so, dass sich das sehr klassisch verteilt“, sagt Lehrerin Irene Schomaker, die den Informationstag organisiert hat.

Wie Realschüler in Unna fit für die Ausbildung gemacht werden

Alexander Nagel und Mika Ziesing (von links) erzählten den Hellweg-Realschülern von ihrer Ausbildung bei der Autowerkstatt Heisel und Heiner. © Anna Gemünd

Abseits aller Geschlechter-Klischees geht es bei dem Infotag aber vor allem darum, den Schülern ein Jahr vor ihrem Schulabschluss eine Richtung aufzuzeigen, in die es für sie beruflich gehen könnte. „Viele wissen zu diesem Zeitpunkt oft noch gar nicht, was sie machen wollen und gehen dann lieber noch weiter zur Schule. Dabei haben sie vielleicht ein Talent für einen handwerklichen Beruf“, sagt Schomaker.

„Hätte es so ein Angebot damals an meiner Schule auch gegeben, wäre das genau richtig gewesen.“
Alexander Nagel, 21 Jahre, Auszubildender zum Kfz-Mechatroniker

Zum ersten Mal arbeitet die Hellweg-Realschule in diesem Jahr bei der Berufsorientierung mit der Wirtschaftsförderung im Kreis Unna (WFG) zusammen, die die Ausbildungsbotschafter betreut. „Wir wollen Werbung für die duale Ausbildung machen und gleichzeitig zeigen, was für tolle Betriebe es für diese Ausbildungen hier in der direkten Umgebung gibt“, sagt Matthias Müller von der wfg. Besser als aktuelle Auszubildende könne das den Jugendlichen niemand erzählen, davon ist Müller überzeugt: „Die können den Schülern nämlich auch sagen: Man hat auch noch ein Leben neben der Ausbildung, du kannst weiter auf Partys gehen.“

An der Hellweg-Realschule scheint die Berufsvorbereitung erste Erfolge zu zeigen: Von den aktuell 140 Schülern im derzeitigen Zehner-Jahrgang haben 30 bereits einen Ausbildungsvertrag für 2020 unterschrieben. „Vor ein paar Jahren waren das ein Jahr vorher vielleicht nur acht oder neun“, freut sich Irene Schomaker.

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