Quarantäne bedeutet für viele Menschen auch, dass sie aus dem Homeoffice arbeiten – insbesondere dann, wenn sie keine Symptome zeigen. Die Regeln zur Aufhebung der Quarantäne sind nicht einheitlich. © dpa
Pandemie

Aus der Quarantäne entlassen, aber weiter corona-positiv

Wer nach einer Covid-19-Erkrankung von seinem Gesundheitsamt aus der Quarantäne entlassen wird, fühlt sich sicher, andere nicht mehr zu gefährden. Das ist aber wohl nicht immer so.

Als eine Frau aus Unna erfuhr, dass ihre Freundin nach einer Covid-19-Erkrankung aus der Quarantäne entlassen worden ist, freute sie sich. Doch die Frau aus Dortmund, die zehn Tage isoliert verbracht hatte, war irritiert, dass sie sonntags nur einen Anruf vom Gesundheitsamt bekam und keinen neuen PCR-Test machen musste.

Ihre Unsicherheit war so groß, dass sie am Montag zum Arzt ging, um einen Corona-Test machen zu lassen. Am Mittwoch stand dann fest: Sie war weiterhin mit dem Coronavirus infiziert.

„Wie kann das denn sein?“, wundert sich nun die Frau aus Unna. „Wäre meine Freundin nicht so vorsichtig gewesen, hätte sie ja jeden weiter anstecken können.“ Tatsächlich ist das Vorgehen von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt etwas unterschiedlich.

Fast 50.000 Quarantäne-Fälle im Kreis Unna

Im Kreis Unna wurde seit dem Beginn der Pandemie im März 2020 in 48.243 Fällen (Stand: 28. Januar) eine Quarantäne angeordnet. Nur ein kleinerer Teil der Betroffenen war selbst infiziert, die meisten waren Kontaktpersonen. Zum Teil wurden etwa ganze Schulklassen in Quarantäne geschickt.

In der Quarantäneverordnung des Landes NRW heißt es: „Die Quarantäne endet, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen beziehungsweise während der Quarantäne auftreten, frühestens nach zehn Tagen ab der Vornahme des Tests.“ In dem Fall aus Dortmund wurde diese Frist also eingehalten.

Verkürzung mit negativem Test möglich

Über die Quarantäne von haushaltsfremde Kontaktpersonen entscheidet die das jeweilige Ordnungsamt in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt. Die Quarantäne für solche Kontaktpersonen soll laut der Verordnung 14 Tage nach dem letzten Tag des Kontaktes zur positiv getesteten Person enden. Auf zehn Tage verkürzt werden kann sie, wenn die betroffene Person einen negativen PCR- oder Schnelltest vorweisen kann.

Max Rolke, stellvertretender Pressesprecher des Kreises Unna, verweist darauf, dass das Testen nach dem Ende der Quarantäne grundsätzlich eine Einzelfallentscheidung sei und nach Maßgabe des zuständigen Gesundheitsamts erfolge.

Über den Autor
Redaktion Unna
Lesen Sie jetzt