Auch der vierte Höllenhund liegt am Boden - Bald Steinmetz-Werkstatt auf dem Kirchplatz

dzStadtkirche

Die Höllenhunde sind wieder vereint – am Boden. Schneller als erwartet wurde am Donnerstag auch der vierte Wasserspeier zu Boden gelassen. Jetzt kann der Wiederaufbau beginnen.

Unna

, 22.08.2019, 10:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Abbau des letzten von vier Wasserspeiern vom Turm der Evangelischen Stadtkirche sollte eigentlich am Donnerstagnachmittag erfolgen. Doch dann ging es schneller als erwartet: Schon am Morgen konnte der Kranfahrer den steinernen Wasserspeier auf dem Kirchplatz absetzen.

Auch der vierte Höllenhund liegt am Boden - Bald Steinmetz-Werkstatt auf dem Kirchplatz

Der letzte Hund am Haken: Der Wasserspeier von der südöstlichen Kirchturmecke wurde am Donnerstagmorgen abgebaut. © Kirchenkreis Unna

Augenscheinlich hat die Steinfigur vor allem im Bereich ihres Sockels Schaden erlitten. Die Verankerung ist gerissen, die Vorderbeine, mit denen sich das Tier quasi abstützte, sind ebenfalls gebrochen. Die Fabelwesen aus Ruhrsandstein haben rund 160 Jahre bei Wind und Wetter an den Kirchturmspitzen verbracht. Und beim Abbau herrschen enorme Kräfte. Dass sich im Gestein Risse auftun oder vorhandene Spalten vergrößern, ist wohl kaum zu vermeiden.

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Kirchplatz wird zur Steinmetz-Werkstatt

Jetzt ist der Kirchturm abgeräumt. Alle Teile der Brüstung, der Fialen und die Steinfiguren wurden abmontiert, was insgesamt rund zehn Tage gedauert hat. Am Boden werde jetzt die Restauration der zahlreichen Elemente beginnen, teilte der Evangelische Kirchenkreis mit. Die Arbeiten geschehen zunächst vor Ort. Auf dem Kirchlatz soll eine kleine Steinmetz-Werkstatt aufgebaut werden.

Ein Restaurator werde Probestücke an einer Fiale restaurieren: kleine Musterflächen mit unterschiedlicher Methodik. Haben sich die Fachleute für eine Variante entschieden, werden nach und nach alle Steine instandgesetzt. Die Höllenhunde gehören zu den größten Einzelteilen: Der größte wiegt 2,5 Tonnen.

Auch der vierte Höllenhund liegt am Boden - Bald Steinmetz-Werkstatt auf dem Kirchplatz

Alle Bauteile vom Turm wurden am Boden sicher gelagert und durchnummeriert. Die Restaurierung soll zunächst auf dem Kirchplatz erfolgen. © Raulf

Turm bekommt Regenrohre

Parallel gehen die Arbeiten am Turm weiter. Wie berichtet wird die Wasserführung neu geregelt, damit künftig kein Regenwasser mehr in die Kirchturmmauern läuft. Unterhalb des Kupferdachs, das demnächst auch noch erneuert werden soll, wird eine Art Rinne eingebaut. Sie soll Regenwasser in neue Fallrohre führen, die es dann am Turm hinunter zu Boden leiten.

Auch der vierte Höllenhund liegt am Boden - Bald Steinmetz-Werkstatt auf dem Kirchplatz

Es wurde in der Vergangenheit immer wieder am Kirchturm gebaut. Architekt Eberhard Tiemann zeigt verschiedene Steinsorten, die unterschiedlich auf die Witterung reagieren. © Udo Hennes

Fassadensanierung von oben nach unten

Außerdem wird die marode Fassade von oben nach unten erneuert. Besonders der obere Teil der Turmwand weist starke Beschädigungen auf. Steine müssen ausgetauscht oder ausgebessert werden. Was den Verwitterungszustand angeht, spielen auch Herkunft und Alter der verwendeten Steine eine Rolle: Material aus dem 19. Jahrhundert sei besonders anfällig für Sprengungen durch eindringendes und gefrierendes Wasser, erläuterte Architekt Eberhard Tiemann. Steine, die in den 1920er-Jahren eingebaut wurden, seien wohl robuster.

SPENDEN

So können Bürger helfen

  • Wer das 3,5 Millionen Euro teure Sanierungsprojekt Stadtkirche unterstützen möchte, kann eine Spende überweisen: IBAN DE27 4435 0060 1000 4233 82 (Sparkasse) oder IBAN DE 73 4416 0014 6459 8902 01 (Volksbank)
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