Wer zu jenem Personenkreis gehört, der wegen einer chronischen Krankheit bevorzugt gegen das Coronavirus geimpft werden kann, sollte sich frühzeitig um ein ärztliches Attest bemühen. © dpa
Pandemie

Attest für Impfung: Dr. Thomas Huth rät Vorerkrankten zu baldigem Arztbesuch

Viele Impfwillige gibt es auch im Kreis Unna. Geimpft wird allerdings nach Prioritätsstufen. Menschen mit Vorerkrankungen werden bevorzugt, doch soll sich mit dieser Berechtigung niemand vormogeln können.

Impftermine werden nach einer festgelegten Reihenfolge vergeben. Nach den Hochbetagten und Menschen mit hohem Todesrisiko kommen unter anderem Personen mit Vorerkrankungen zum Zuge. Sie brauchen als Nachweis ein ärztliches Attest – das sie sich am besten nicht auf den letzten Drücker besorgen.

Zur Sache

Impfwillige, die ein Attest benötigen

  • Die Impfverordnung legt die Reihenfolge der Impfungen fest und schreibt vor, wie die Nachweise erbracht werden. Während das Alter über den Personalausweis belegt werden kann, müssen Vorerkrankte Atteste vorlegen.
  • Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht gemäß Paragraf 4 Nummer 2 Impfverordnung:
  • a) Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 30),
  • b) Personen mit chronischer Nierenerkrankung,
  • c) Personen mit chronischer Lebererkrankung,
  • d) Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion,
  • e) Personen mit Diabetes mellitus,
  • f) Personen mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, einem Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arterieller Hypertension,
  • g) Personen mit zerebrovaskulären Erkrankungen oder Apoplex,
  • h) Personen mit Krebserkrankungen,
  • i) Personen mit COPD oder Asthma bronchiale,
  • j) Personen mit Autoimmunerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen.

Zu den Personen, die nach der Impfverordnung des Bundesgesundheitsministers „erhöhte Priorität“ bei der Corona-Schutzimpfung haben, gehören chronisch Vorerkrankte zum Beispiel mit Nieren- oder Lebererkrankung, Diabetes, Herzinsuffizienz oder der Lungenkrankheit COPD.

Erhöhtes Risiko für tödlichen Krankheitsverlauf

Bei diesen Menschen besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Die Impfverordnung verlangt von diesem Personenkreis, dass er bei der Impfung „ein ärztliches Zeugnis über das Vorliegen dieser Erkrankung“ vorlegt. Rein praktisch müssen sich diese Impfwilligen diese Bescheinigung eigenverantwortlich besorgen. Es gibt keinen Automatismus, zum Beispiel bei dem anstehenden Besuch beim Hausarzt.

Attest vom Hausarzt rechtzeitig ausstellen lassen

Dr. Thomas Huth, Geschäftsführer von Gesundheitsnetz Unna, empfiehlt daher, den Hausarzt rechtzeitig um ein Attest zu bitten. In aller Regel sind chronisch Erkrankte in regelmäßiger Behandlung, sodass der Ausdruck aus der EDV der Arztpraxis unproblematisch zu erhalten sei.

Dr. Thomas Huth ist Allgemeinmediziner und Hausarzt in Fröndenberg sowie Geschäftsführer der Gesundheits-Netz-Unna GmbH. © Udo Hennes © Udo Hennes

Bei einem Arztwechsel oder wenn auch sonst noch keine ausreichende Diagnose vorliegt, müsse der behandelnde Arzt den Patienten natürlich zunächst untersuchen, bevor er eine Bescheinigung ausstellen kann.

Wer seinen Hausarzt wechselt oder dies gerade getan hat, sollte sich noch einmal gründlich untersuchen lassen. Nur dann kann der Arzt Bescheinigungen zu Erkrankungen ausstellen. © dpa © dpa

Weil niemand heute wissen kann, wann die Impftermine für Personen mit „erhöhter Priorität“, die in der Impfordnung auf dritter Stufe der Rangliste stehen, gemacht werden können, solle man bereits frühzeitig tätig werden.

Andernfalls könne es kurzzeitig zu einer hohen Nachfrage nach Attesten in den Arztpraxen kommen und eine unnötige Wartezeit entstehen. Die Bescheiningung ist kostenlos.

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land
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