Architekten verärgert: Das Bummeln bei Bauanträgen geschieht in Unna im Rathaus

dzStadtverwaltung

Dass Bauherren in Unna lange auf eine Genehmigung warten müssen, räumt die Stadtverwaltung selbst ein. Gründe dafür sind umstritten: Ein Erklärungsversuch des Rathauses bringt Architekten in Rage.

Unna

, 02.12.2019, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut Gesetz sollte ein Bauantrag in sechs Wochen bearbeitet sein. Unnas Stadtverwaltung braucht mehr als die dreifache Zeit, das hat der Technische Beigeordnete Jens Toschläger kürzlich in einem Bericht vor Ratsmitgliedern eingeräumt.

Toschläger nannte mehrere Gründe dafür. Mit einem der Erklärungsansätze macht er sich offenbar nicht nur Freunde: Dass Architekten bisweilen fehlerhafte Unterlagen einreichen und darauf hoffen würden, dass das Rathaus sie schon heile, scheint nicht jeder Baumensch akzeptieren zu wollen.

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Der fraktionslose Ratsherr Christoph Tetzner wendet sich nun an den Bürgermeister, um ihm Reaktionen vorzulegen, die er nach Toschlägers Vortrag von Architekten, Investoren und Bauherren erhalten habe. Um wen es dabei im Einzelnen geht, will Tetzner unter dem Mantel der Diskretion halten – die Branche hoffe ja bisweilen auch auf Aufträge oder zumindest die Mitarbeit der Stadt.

Dass Architekten mutwillig fehlerhafte Unterlagen einreichen würden, werde in der Branche als böswillige Unterstellung aufgefasst, gibt Tetzner die Reaktionen wieder. Im Gegenzug kritisiere die Bauherrenseite, dass Toschläger die Probleme im Baubereich der Stadt lediglich mit externen Faktoren erkläre – etwa mit der regen Bautätigkeit, die die personelle Ausstattung der Verwaltung übersteige oder eben mit Fehlern der Antragsteller. „Hausgemachte Probleme fallen dagegen unter den Tisch“, so Tetzner.

Elf Gründe, warum Unnas Rathaus eine „Bauverhinderungsbehörde“ ist

Mit Bezug auf seine Hinweisgeber hält der Ratsherr der Stadtverwaltung nun eine Liste mit elf Vorwürfen vor. Grundlinie dabei: Die Bauverwaltung in Unna arbeite mit Strukturen aus dem vorherigen Jahrhundert, biete keinerlei Beratung, sondern prüfe Unterlagen akribisch darauf, Formfehler zu finden, durch die ein Vorgang dann erst einmal zur Seite gelegt werden könne. Die Aufgabenzuordnung sei nicht sachgemäß, eine hierarchische Struktur untergrabe das selbstständige Arbeiten und Entscheidungen in einem Ermessensspielraum.

In Tetzners Darstellung ist die Bauverwaltung im Unnaer Rathaus „in der ganzen Region berüchtigt als Bauverhinderungsbehörde“, in der der Dienstleistungsgedanke völlig fehle. In welchem Maße diese Einschätzung tatsächlich auf Unnaer Architekten und Bauherren zurückgeht beziehungsweise was Tetzner als politischen Gründen zugespitzt haben mag, ist dabei nicht ersichtlich.

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