Architekt schließt Wetterschutz für Busbahnhof in Unna nicht aus

dzBusbahnhof Unna

Das Thema war in Vergessenheit geraten, doch besserer Wetterschutz am Busbahnhof erscheint gar nicht mehr so abwegig. Erst einmal aber müssen Wartende für einen weiteren Winter den Kragen hochschlagen.

Unna

, 29.10.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Dach des Busbahnhofs in Unna ist von besonderer Ästhetik, aber erfüllt es auch komplett seinen Zweck? Diese Frage hatte die Politik im vergangenen Jahr aufgeworfen und damit offenbar einigen ÖPNV-Nutzern aus der Seele gesprochen: Braucht die Überdachung zusätzliche Schutzwände, damit Wartende nicht Wind und Regen ausgesetzt sind? Und wäre das überhaupt möglich?Ernsthaft diskutiert wird das inzwischen auch unter Fachleuten. Allerdings wird definitiv noch ein Winter mit dem bisherigen Dach ins Land ziehen.

Antrag vor eineinhalb Jahren gestellt

Der ursprüngliche Antrag für „Witterungsschutzzonen“ am Busbahnhof stammt von der FDP-Fraktion und trägt das Datum 18. März 2019. Im Juni vergangenen Jahres hatte die Bauverwaltung von der Politik den Auftrag bekommen, Möglichkeiten zu prüfen. Es sollte auch mit dem Architekten des Gebäudes gesprochen werden.

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Im Raum stand nicht nur die Frage, was technisch möglich und sinnvoll ist. Offen war auch, ob das Architekturbüro Manipulationen an seinem Werk überhaupt zuließe. Man könnte auch einer Statue in der Fußgängerzone wohl keinen Regenschirm in die Hand bauen, ohne sich mit dem Künstler zu verständigen.

Andere Prioritäten im Rathaus

Ende Oktober 2020 nun erklärte die Stadtverwaltung unserer Redaktion, dass das Projekt „in den Hintergrund gerutscht“ sei. Grund seien fehlende Kapazitäten gewesen und andere bauliche Großprojekte. Spätestens bis Ende des ersten Halbjahrs 2021 aber sollen nun Vorschläge erarbeitet werden. Diese müssten hinsichtlich der Realisierung insbesondere mit der Politik erörtert werden, teilte die Rathaus-Pressestelle mit.

Letztlich wird es auch darum gehen, was mögliche Umbauten kosten würden und ob die Stadt Unna sich diese leisten kann und will. Es wird der neue Stadtrat über dieses Projekt entscheiden. Der Rat, der den Anstoß gegeben hatte, wird in diesen Tagen abgelöst.

Architekt: Suche nach Lösungen läuft

Weiterhin muss auch der Entwurfsverfasser sich zu dem Thema äußern. Zumindest sind inzwischen Gespräche angelaufen mit den Architekten, die den Busbahnhof einst geplant und 2010 fertiggestellt hatten. Das Architekturbüro Pape und Pape bestätigte unserer Redaktion, dass es mit der Stadt in Gesprächen sei. Man werde gemeinsam nach Lösungen suchen, hieß es aus dem Kasseler Büro.

Das Gebäude mit dem markanten Dach hatte seinerzeit nicht nur im Rahmen eines Wettbewerbs die Verantwortlichen im Rathaus überzeugt, der Entwurf wurde auch ausgezeichnet. Dass der Bau nun aus praktischen Gründen verändert werden könnte, erscheint zumindest nicht völlig abwegig.

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