Verkehrskonzept am Hertinger Tor: Anwohner kritisieren Planung, müssen aber bezahlen

dzNeuer Schulstandort

Schule und Kita an der Brockhausstraße neu zu bauen, ist machbar, was den Verkehr angeht. Mit diesem Fazit überzeugt der Stadt-Gutachter nicht jeden. Fest steht, dass Umbaukosten auch Anwohner treffen.

Unna

, 11.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn eine Schule, ein Kindergarten und eine Wohnsiedlung auf dem früheren Sportplatz am Hertinger Tor gebaut werden sollen, muss die Brockhausstraße umgebaut werden. Das Verkehrskonzept beinhaltet auch einen Kreisverkehr sowie Standorte für „Elterntaxis“. Nicht alle Anwohner sind von der Planung überzeugt. Diejenigen an der Brockhausstraße werden sie aber mitbezahlen müssen.

Die Verantwortlichen der Stadt und ein von ihnen beauftragter Verkehrsgutachter haben am Dienstagabend im Rathaus vorgestellt, wie der Verkehr am „Bildungsstandort“ funktionieren soll.

Jetzt lesen

Gutachter: Erschließung sicher möglich

Verkehrsplaner Frank Weiser vom Planungsbüro Brilon, Bondzio und Weiser kommt zu dem Fazit, dass der Standort gut geeignet sei unter Verkehrsgesichtspunkten. Eine sichere Erschließung sei machbar, besondere Störungen für Anwohner durch den zusätzlichen Verkehr seien nicht zu erwarten.

Möglich erscheint das den Planern, wenn einiges umgebaut wird. Dazu gehört eine Aufteilung der Brockhausstraße. Die jetzt dort vorhandene Baumreihe soll die Straße in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennen. Die neue südliche Fahrbahn dient dann auch als Bus-Haltespur. Nördlich sollen die Gehweg- und Parksituation baulich verbessert werden.

Wird eine Straße neu gebaut, werden Anwohner an den Kosten beteiligt. Das soll auch in diesem Fall so sein, wie Baudezernent Michael Ott bestätigte. Er versprach aber, dass die für die jetzigen Anlieger anfallenden Kosten vergleichsweise gering würden.

Jetzt lesen

Kreisel soll Kreuzung ersetzen

Schon im Vorfeld dieser Versammlung hatten Kritiker auf die unübersichtliche Situation an der Kreuzung Brockhausstraße/Hertingerstraße hingewiesen. Gutachter Weiser bestätigte die Einschätzung. Sein Büro schlägt einen Kreisverkehr vor. Könnte dieser den Verkehr vor allem auf der Hertingerstraße überhaupt verkraften? Bürger fragten kritisch nach. „Mühelos“, so Weiser, wäre der Verkehr über den Kreisverkehr abzuwickeln.

Dieser Auszug aus dem Verkehrskonzept zeigt den geplanten Kreisverkehr. (Die Brockhausstraße, hier schon umgebaut mit Busspur, verläuft nach Westen, die Hertingerstraße in Nord-Süd-Richtung.) Im Umfeld sollen Hol- und Bringplätze für „Elterntaxis“ angelegt werden.

Dieser Auszug aus dem Verkehrskonzept zeigt den geplanten Kreisverkehr. (Die Brockhausstraße, hier schon umgebaut mit Busspur, verläuft nach Westen, die Hertingerstraße in Nord-Süd-Richtung.) Im Umfeld sollen Hol- und Bringplätze für „Elterntaxis“ angelegt werden. © Büro Brilon, Bondzio, Weiser

Das Planungsbüro hatte den Verkehr rund um den geplanten Schulstandort gezählt und den künftigen prognostiziert. Insgesamt kommen die Planer zu dem Schluss, dass die Verkehrsbelastung auf der Brockhausstraße mit durchschnittlich 180 Fahrten pro Straßenende zur morgendlichen Spitzenstunde bisher relativ gering sei. Zusätzliche Autofahrten durch Schule, Kita und neue Wohnhäuser werden erwartet: rund 125 an jedem Straßenende. Da auch Maßnahmen wie „Elterntaxi“-Parkplätze geplant seien, soll der Zusatzverkehr nicht problematisch werden. Anwohner gaben zu verstehen, dass sie das anders einschätzen.

Planung

So soll es weitergehen

  • Die Stadt Unna plant den Bau einer dreizügigen Grundschule, die die Nicolai- und Falkschule ersetzen soll. Daneben soll ein Kindergarten entstehen, der die SPI-Kita an der Vinckestraße ersetzt. Und noch ein Stück weiter ist Wohnbebauung geplant: 56 Wohneinheiten.
  • Die Bauarbeiten für die Schule sollen 2021 beginnen, der Rohbau Ende 2021 stehen. Das setzt voraus, dass der Zeitplan aufgeht. Anfang April soll der Bebauungsplan für das Projekt offengelegt werden. Bürger haben dann erneut die Möglichkeit, sich zu äußern. Der Stadtrat müsste danach den Bebauungsplan beschließen, danach könnten die Detailplanungen beginnen.
  • Die Stadt hat das Ziel, dass zum Schuljahr 2023/24 der Schulbetrieb am neuen Standort beginnt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Praxen in Not
Coronavirus: Verunsicherte Patienten wissen nicht, ob sie noch zur Physiotherapie dürfen
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Mit Video: Im täglichen Balkonkonzert sind Unnas Beginen auch mit Abstand vereint