Anwohner kritisieren: Stadt Unna bessert einige Straßen aus, lässt andere aber liegen

dzStraßenschäden

Straßenschäden gibt es an einigen Stellen in Unna. Die einen Straßen werden repariert, die anderen nicht. Bei Anwohnern wirft das Fragen auf.

Unna

, 12.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Unna plant derzeit eine Deckenerneuerung an fünf Stellen. Für den Unteren Falkenweg, die Adalbert-Stifter-, Ahorn- und Dürerstraße sowie die Berliner Allee wird eine Baufirma gesucht, die die Asphaltdecken erneuert. Bei manchem Unnaer wirft das die Frage auf, warum man sich um diese Straßen kümmert, um andere aber nicht.

Mehrere Straßenbauprojekte verschoben

Ein solcher Hinweis erreichte uns von der Märkischen Straße. Dass es beim Durchfahren der Schlaglöcher „ordentlich rappelt“, ist eine Schilderung eines Anwohners. Seines Erachtens könnten die Schadstellen sogar für Fahrradfahrer gefährlich sein, vor allem in der dunklen Jahreszeit. Auch die Gehwege seien teils schlecht und nicht ausreichend beleuchtet.

Die Straße muss erneuert werden, das ist auch im Rathaus bekannt. Allerdings hat die Stadt dieses Projekt verschoben. Vorrang hat die Erneuerung der Viktoriastraße: Ein Anwohner dort hatte die Stadt Unna erfolgreich verklagt, weil Erschütterungen durch Straßenschäden bereits Schäden an seinem Haus verursachen. Die Stadt will dieses Straßenerneuerungsprojekt nun vorziehen, andere, die eigentlich ab diesem Jahr anstanden, verschieben. Betroffen sind neben der Märkischen Straße auch die Saarbrücker Straße, Bergische Straße, Wilhelminen-, Massener Dorf- und Buschstraße.

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Unterschiede bei der Finanzierung

Der Anwohner fragt sich nun, warum Maßnahmen an fünf anderen Straßen geplant werden, wie kürzlich bekannt wurde, während „seine“ Straße weiterhin warten soll. Der Unterschied ist die Finanzierung bei gleichzeitig knapper Stadtkasse. Die nun ausgeschriebenen und für dieses Jahr geplanten Bauarbeiten sind Deckenerneurungen, die die Stadt aus Haushaltsmitteln finanziert. Die Märkische Straße und die anderen aufgeschobenen sollen grundhaft erneuert werden. Es gehe um mehrere Schichten, auch den Unterbau, so Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Die Stadt investiert also jeweils in eine neue Straße, wie auch an der Viktoriastraße. Das sei teurer als eine reine Deckenerneuerung. Außerdem müssen in dem Fall Anwohner einen Teil bezahlen, und insgesamt ist mehr Vorlauf für die Planung nötig.

Denkbar bleibt, dass diese Erläuterung nicht dazu beiträgt, dass Anwohner und Nutzer zufriedener sind mit dem Zustand der maroden Straßen, die nun eben vorerst nicht saniert werden.

Anwohner kritisieren: Stadt Unna bessert einige Straßen aus, lässt andere aber liegen

Für die Viktoriastraße wurde vor einigen Wochen ein Tempolimit angeordnet als Sofortmaßnahme gegen Erschütterungen durch Straßenschäden. Die Stadt will die Straße neu bauen. © Udo Hennes

Straße „bröselt seit Jahren dahin“

Notwendig wäre das an mehreren Stellen im Stadtgebiet, auch an der Friedrich-Winter-Straße in Königsborn. „Sie bröselt im wahrsten Sinne seit Jahren dahin“, schrieb ein Anwohner an unsere Redaktion. Der Zustand werde „immer unerträglicher“. Besonders zu leiden habe ein gehbehinderter Nachbar. Die Ursache für die massiven Schäden sei ein Fehler beim Bau der Straße in den 1970er-Jahren gewesen. Ein Teil der Oberfläche besteht aus grauen Wackersteinen, und diese seien in Ordnung. Immer im Wechsel aber wurden rote Steine verlegt, die eigentlich Mauersteine seien. Der Anwohner deutet an, dass diese seinerzeit günstig erhältlich gewesen seien, bei einer Fröndenberger Ziegelei.

Problem mit Steinen bekannt

Auch hier ist das Problem bei den Verantwortlichen bekannt. Man habe in den 1970er-Jahren häufig diese roten „Pflaster-Klinkersteine“ verlegt, sagt Stadtsprecher Ueberfeld nach Rücksprache mit dem Tiefbauamt. Tatsächlich gebe es dort heute viele Kantenabbrüche. Die Friedrich-Winter-Straße sei nicht Teil des Straßensanierungsprogramms. Sie werde aber wie das gesamte Straßennetz regelmäßig kontrolliert. Und möglicherweise könnten im Rahmen der Straßenunterhaltung schadhafte Steine ausgetauscht werden.

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