Angst, das Auto unter Kastanien zu parken: Kreishaus eine Alternative

dzParken in Unna

Ein schwerer Ast, der am Montag aus einer Kastanie stürzte, zerstörte einen unter dem Baum geparkten Mercedes. Die Bäume sorgen an der Friedrich-Ebert-Straße für ein mulmiges Gefühl.

Königsborn

, 15.07.2020, 09:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zugegeben: Es war „nur“ ein Auto, das bei dem verheerenden Astbruch an der Friedrich-Ebert-Straße am Montag zerstört wurde. Es ist Sachstanden entstanden, der ersetzbar ist – ein Fall für die Versicherung.

Doch den Anwohnern der von Kastanien gesäumten Straße ist der Schreck einmal mehr ordentlich in die Glieder gefahren. Dabei ist die Sorge vor der Gefahr, die von den alten Bäumen ausgeht, gar nicht so richtig greifbar. Es ist ein mulmiges Gefühl.

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Eine Unnaerin weist etwa auf die Gefahr für Fußgänger hin: „Wochentags gehen dutzende Menschen genau unter diesen Baum her vom Straßenverkehrsamt zu den Autoschilderprägereien. Das war immer meine Angst. Das heute nichts passiert ist, grenzt an ein wirkliches Wunder“, schrieb die Frau noch am Montag in einer E-Mail an die Redaktion.

Sie verwies auch auf das Coronavirus. Wegen der Schutzmaßnahmen und insbesondere der Abstandsregelungen stünden Menschen in der Schlange auch unter dem Baum. Am Montag waren zum Unglückszeitpunkt um kurz vor 9 Uhr glücklicherweise nur wenige Menschen unterwegs. Niemand wurde getroffen, niemand verletzt.

Sorgen um das Eigentum

Neben der Gefahr für das Leben liegt den Anwohnern der Friedrich-Ebert-Straße aber auch daran, ihr Eigentum zu schützen. Dass ein wertvolles Auto wie der Mercedes zerstört wird, ist nicht nur ärgerlich und löst viel Bürokratie aus – es bleibt auch die Sorge, dass sich ein Astbruch wiederholen könnte.

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„Leider ist es uns nicht erlaubt, die Fahrzeuge auf dem Parkplatz vor dem Kreishaus zu parken“, erklärte eine Anwohnerin am Montag bei den Aufräumarbeiten. Mit dieser Einschätzung liegt sie aber offenbar falsch.

Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna, verweist auf die Zuständigkeit der Stadt Unna. Diese bewirtschafte den Parkplatz und sei deshalb auch gefragt, wenn es um solche Verbote gehe.

Kein Parkverbot am Kreishaus

Unnas Stadtsprecher Christoph Ueberfeld weiß, dass es seitens der Stadt Unna keine Parkverbote gibt. Außerhalb der gebührenpflichtigen Zeit sei das Parken vor dem Kreishaus gestattet. Tatsächlich gibt es keine Schranke und auch kein Schild, das auf ein Verbot hinweisen würde.

Gebühren werden lediglich montags bis freitags jeweils von 8 bis 13.30 Uhr fällig – und zwar 60 Cent pro Stunde. Zudem gibt es einen Kurzparktarif.

Der Parkplatz vor dem Kreishaus wäre also eine Alternative für Anwohner, die ihre Fahrzeuge nicht länger unter den Kastanien parken wollen. Eine Dauerlösung aber ist er nicht. Und der getroffene Mercedes hätte zum Unglückszeitpunkt auch nicht kostenlos vor dem Kreishaus stehen dürfen.

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