Die Rückkehr zum neunjährigen Weg zum Abitur stellt Unnas Gymnasien räumlich vor große Herausforderungen. Alle drei Gymnasien sind nach einem Zwischenbericht der Schulentwicklungsplaner zu groß für drei Züge, aber teilweise deutlich zu klein für vier Züge.

Unna

, 09.10.2018, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine logische Entwicklung, die auf Unnas Gymnasien zukommt: Mit einem Anstieg der Geburtenzahl in Unna und der Wiedereinführung von G9 erhöht sich die Zahl der Schüler, die die Gymnasien besuchen. Und sie alle mit ausreichend Platz zum Lernen zu versorgen, dürfte eine Herausforderung werden. Denn: „Unnas Gymnasien sind zu groß für drei Züge pro Jahrgang, aber zu klein für vier Züge“ – so brachte Schulberaterin Ulrike Lexis das Dilemma im Schulausschuss auf den Punkt.

An Unnas Gymnasien wird es eng

Das Pestalozzi-Gymnasium ist für drei Züge zu groß, aber für vier Züge zu klein. © Marcel Drawe

Am Beispiel des Pestalozzi-Gymnasiums zeigte sie auf, was die Rückkehr zum neunjährigen Abitur für die Gymnasien in Zahlen bedeutet: Im Jahr 2026 sind die Kinder, die 2019 in die fünfte Klasse kommen, in der 12. Jahrgangsstufe. Gleichzeitig sind die Kinder, die 2018 als Fünftklässler ihre Gymnasiallaufbahn begannen, in der 13. Klasse – eine Jahrgangsstufe, die es durch G8 in den vergangenen Jahren nicht gab. Im Jahr 2026 hätte das PGU damit 74 Schüler mehr, die es mit G8 nicht gehabt hätte. Dazu kommen die Kinder, die 2026 neu in der 5. Klasse starten. 108 Kinder wären dies nach Prognosen der Schulberater.

Bei vier Klassen pro Jahrgang, die bei diesen Anmeldezahlen notwendig wären, bräuchte das PGU rund 638 Quadratmeter mehr Raumfläche als derzeit vorhanden, so die Rechnung der Schulberater. Und das PGU ist kein Einzelfall: Auch das Ernst-Barlach-Gymnasium hat bei vier Zügen pro Jahrgang ein Raumproblem: 250 Quadratmeter beträgt das Defizit laut den Schulberatern.

Raumanalyse

Die Ergebnisse im Zwischenbericht

Die von den Schulberatern Dr. Grabe & Lexis ermittelten Raumbedarfe der weiterführenden Schulen sind ein Flächensaldo, der durch das Addieren der vorhandenen Raumgrößen entstanden ist. Ob der jeweilige Raum als Klassen-, Lehrer- oder Inklusionsraum genutzt wird, spielte dabei keine Rolle. Die Ergebnisse der einzelnen Schulen:
  • Hellweg-Realschule: 73 Quadratmeter zu wenig
  • Peter-Weiss-Gesamtschule: 140 Quadratmeter Überhang
  • Werner-von-Siemens-Gesamtschule: 72 Quadratmeter zu wenig
  • Ernst-Barlach-Gymnasium: 500 Quadratmeter Überhang bei drei Zügen, 250 Quadratmeter zu wenig bei vier Zügen
  • Pestalozzi-Gymnasium: 188 Quadratmeter Überhang bei drei Zügen, 638 Quadratmeter zu wenig bei vier Zügen
  • Geschwister-Scholl-Gymnasium: 545 Quadratmeter Überhang

Doch im Umkehrschluss haben beide Schulen bei einer dauerhaften Dreizügigkeit tatsächlich Räume „übrig“: Von 500 Quadratmetern Überhang beim EBG und 188 Quadratmetern am PGU sprechen die Schulberater in ihrem Zwischenbericht. Auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat aktuell 545 Quadratmeter Überhang – die benachbarte Werner-von-Siemens-Gesamtschule gleichzeitig aber 72 Quadratmeter Fläche zu wenig.

Das Schulberater-Team um Ulrike Lexis spricht daher von einer „unausgewogenen räumlichen Verteilung“ zwischen den Schulen und empfiehlt für das Schulzentrum Nord eine „Neuverteilung von einigen Räumlichkeiten“. 116 Fünftklässler hatte die Werner-Von-Siemens-Gesamtschule in diesem Sommer neu aufgenommen; das Geschwister-Scholl-Gymnasium begrüßte 93 neue Fünfer.

An Unnas Gymnasien wird es eng

Für die Hellweg-Realschule wird bereits ein neues Raumkonzept im Zuge der Neubaupläne entwickelt. © UDO HENNES

Für das Ernst-Barlach-Gymnasium raten die Schulberater zu der Entwicklung von einem individuellen Raumkonzept, um die Flächenproblematik aufzulösen. Gleiches schlagen sie auch für die Hellweg-Realschule vor, die aktuell 73 Quadratmeter Fläche zu wenig habe. Dies sei aber mit dem geplanten Neubau der Realschule bereits im Gange, so die Stadtverwaltung. Für beide Schulen, EBG und Hellweg-Realschule, empfehlen die Schulberater auch eine Investition in modernere Ausstattung.

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