Ampelversuch am Kreisel macht nur den Autoverkehr in Unna flüssiger

dzViktoriastraße

Der Fahrradclub ADFC kritisiert den Ampelversuch am Kreishauskreisel in Unna als „gescheitert“. Dass der Verkehr ohne Motor an der neuen Querung mit Ampel abnimmt, bestätigt sogar der städtische Gutachter.

Unna

, 26.06.2019, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ADFC hatte schon vor und während des Verkehrsversuchs am Kreishauskreisel die Konzeption kritisiert. Dadurch, dass Fußgänger und Radfahrer nur noch pulkweise bei grüner Ampel die Viktoriastraße queren können, würde dieser nicht motorisierte Verkehr benachteiligt. Inzwischen liegen die Ergebnisse des Gutachtens vor. Die wichtigste Erkenntnis: Auto-Rückstaus über die besonders stark belastete Kantstraße nehmen zwar an Zahl nicht ab, aber an Länge. Der Gutachter empfiehlt daher, aus der provisorischen Ampelquerung eine dauerhafte zu machen, um so die Verkehrslage im Zuge eines Einzelhandelsneubaus auf dem Mühle-Bremme-Gelände zu verbessern.

ADFC: Verkehrsversuch gescheitert

Der ADFC erneuert nun seine Kritik in Form von Plakaten an der umstrittenen Fußgängerampel. „Gebt den Klimaschützern die Vorfahrt zurück“, steht darauf, verbunden unter anderem mit Symbolen für Fußgänger und Radfahrer und einem Hinweis auf die Politik. So beschäftigte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr am Mittwochabend mit dem Verkehrsversuch.

Wer die Perspektive des Fuß- und Radverkehrs einnimmt, findet auch in dem von der Stadt beauftragten Gutachten Hinweise darauf, dass die Ampelquerung diesen nicht motorisierten Verkehr nicht unbedingt fördert. Tatsächlich sind jetzt weniger Menschen zu Fuß oder mit Rad an der Querung unterwegs als vorher. Das Gutachterbüro hatte Verkehrsmengen vor dem Umbau der Querung zählen lassen und nachher. Zu Fuß überquerten am jeweiligen Zähltag vorher 3161 Personen die Viktoriastraße und 2776 nachher. Die Anzahl der Radfahrer nahm deutlicher ab, von 711 auf 434. Gleichzeitig, so führt es der Gutachter aus, sei das Aufkommen des Kfz-Verkehrs an der Viktoriastraße um vier Prozent angestiegen.

Verlagerung kaum nachvollziehbar

Wo sind Radfahrer und Fußgänger geblieben? Nachvollziehen lässt sich das kaum. Eine Verlagerung von Radfahrern zur Kantstraße habe nicht festgestellt werden können. Der Fußgängerverkehr dort indes habe um 33 Prozent zugenommen, so der Gutachter. Über eine tatsächliche Verlagerung von Verkehren würde allerdings nur eine Verfolgung der einzelnen Verkehrsteilnehmer Aufschluss liefern. „Diese Auswertung war jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.“ Das Gutachten bezieht sich auf die Ansiedlung von neuen Einzelhändlern an der Mühle Bremme und eine erwartete Zunahme des Autoverkehrs. Die schon jetzt vorhandenen Stauprobleme durch Autos am Kreisel soll die Fußgängerampel abschwächen.

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