Massener Straße: Unnas früherer Stadtgärtner weist auf Problem des Amberbaums hin

dzFußgängerzone

Wenn der Amberbaum an der Massener Straße die Kaukasische Felsenbirne ablöst, ist die Rutschgefahr durch Früchte gebannt. Doch Arbeit werden auch die neuen Bäume bereiten, meint ein erfahrener Baumfachmann.

Unna

, 18.03.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heinz Westergerling hat Unnas Grünbereiche geprägt. Bis zu seiner Pensionierung im Rathaus war er so etwas wie Unnas oberster Stadtgärtner. Aus seiner Erfahrung im Dienst kennt er die Vor- und Nachteile, die verschiedene Baumarten im öffentlichen Raum mit sich bringen. Und auch heute noch hat er einen Expertenblick auf das, was in Unna wächst oder wachsen soll.

Den Wechsel an der Massener Straße sieht er damit differenziert. Der Amberbaum, der die Kaukasische Felsenbirne ablösen soll, sei ohne Zweifel ein schönes Gewächs. Aber Arbeit würden auch diese Bäume bereiten, wenngleich auf andere Art als die Felsenbirnen.

Kein Matsch mehr, aber stachelige Fruchtkörper

Die Bäume im innerstädtischen Abschnitt der Massener Straße sollen gefällt werden, wenn der Neubau der Fußgängerzone dort anläuft. Sie hatten Unna ein einst unerwartetes Ärgernis gebracht. Bei der Entscheidung für diesen Baum in den 1990er-Jahren war man nämlich davon ausgegangen, dass diese Bäume keine Früchte tragen. Später, als die Bäume groß genug waren, erwies sich dies als falsch. Die Felsenbirnen entwickeln tatsächlich kleine Birnenfrüchte, die auf dem Boden einen rutschigen Matsch bildeten.

Zu Vorbeugung von Stürzen ließen die Stadtbetriebe in den vergangenen Jahren das Fruchtholz aus den Bäumen herausschneiden. In diesem Jahr griffen sie angesichts der nahenden Fällung zu einer vereinfachten Form des Rückschnitts: Die Bäume wurde mit der Kettensäge regelrecht rasiert, sodass nun nur noch die Stämme und einige dickere Äste in den Himmel ragen.

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Der Amberbaum als Nachfolger ist natürlich ebenfalls zur generativen Vermehrung fähig. Er treibt Früchte. Sie besitzen allerdings kein Fruchtfleisch, das sich zu Mus verwandeln könnte, sondern erinnern als stachelige Kugeln von etwa drei Zentimetern ein wenig an Platanenfrüchte.

Am Boden sammeln sich größere Mengen der stacheligen Fruchtkörper. Die Sorge von Heinz Westergerling: Abflüsse in die Kanalisation könnten verstopft werden.

Am Boden sammeln sich größere Mengen der stacheligen Fruchtkörper. Die Sorge von Heinz Westergerling: Abflüsse in die Kanalisation könnten verstopft werden.

Heinz Westergerling beobachtet dies an einigen wie er findet sehr schönen Amberbäumen, die vor 29 Jahren an seiner Wohnstraße in Lünern gepflanzt worden waren. Besonders nach trockenen, heißen Sommern, wie wir sie zuletzt erlebt haben, gebe es an den Bäumen sehr viele dieser Früchte, die relativ lange am Baum hängen bleiben, um dann nach und nach - auch dieser Tage noch - herabzufallen. „Die Rutschgefahr ist nicht so hoch“, bestätigt auch Westergerling. „Größer ist das Verstopfungsrisiko für die Straßeneinläufe“, erklärt er jedoch.

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