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Aluwerk Unna legt Schalter vom Not- zum Regelbetrieb um

dz110 Neueinstellungen

Das Aluwerk geht wieder in den Normalbetrieb. 110 Mitarbeiter sind über den Jahreswechsel neu eingestellt worden und machen die Personalengpässe zur Geschichte.

Unna

, 07.01.2019 / Lesedauer: 3 min

„Heute ist der erste Tag, an dem wir wieder in die vollen Gehen können“, erklärte Aluwerk-Vorstand Volker Findeisen am Montag. Seit kurz vor Weihnachten lief am Uelzener Weg nur eine Art Notbetrieb. Weil es zwischen dem Werk und der Leiharbeitsfirma der früheren Aluwerk-Eigentümerfamilie Wiese zum Bruch gekommen ist, fehlte plötzlich ein Drittel der Mitarbeiter.

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In den ruhigeren Wochen zum Jahresende waren die Auswirkungen offenbar überschaubar. Längerfristige Lieferschwierigkeiten aber hätten dem Unternehmen unmittelbar schaden und den Ruf des Aluwerkes belasten können. Denn viele Abnehmer lassen sich die Vorprodukte aus dem Aluwerk „just in time“ direkt in ihre Produktion liefern. Verzögerungen in Unna hätten entsprechende Auswirkungen auf die Abläufe in den Werken der Kunden.

Stammbelegschaft wird massiv aufgestockt

Nun allerdings gilt diese Gefahr als gebannt. Grundlage dafür war die größte Einstellungswelle in der Geschichte des Unternehmens. 134 Stellen hatte das Aluwerk im alten Jahr ausgeschrieben, um die 255-köpfige Stammbelegschaft des Werkes aufzustocken. 110 davon sind bereits besetzt.

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Die Auswahl des Personals erwies sich als vergleichsweise einfach: Die neuen Mitglieder der Stammbelegschaft stammen im Wesentlichen aus der Leiharbeitsfirma der Familie Wiese, waren schon bislang im Aluwerk eingesetzt, sind also bewährt und eingearbeitet. Die jetzt neu eingestellten Kollegen hätten sich über Aufhebungsverträge aus den Verpflichtungen gegenüber der W.B. Metallverarbeitung Service GmbH gelöst und danach im Aluwerk beworben, so Vorstand Volker Findeisen. Darüber hinaus erwartet er noch Bewerbungen von einem guten Dutzend Menschen, die sich mit einer fristgemäßen Kündigung bei W.B. verabschieden.

Aktionärsversammlung zur Wiese-Abberufung ohne Öffentlichkeit

Zwischen dem Aluwerk und der Leiharbeitsfirma der Wieses war es Ende 2018 zum Zerwürfnis gekommen. Das Aluwerk stellt Forderungen an W.B.: Vor der Übernahme durch den chinesischen Branchenriesen Zhongwang und noch unter Federführung von Thomas Wiese als Vorstand seien vergleichsweise hohe Vorauszahlungen an W.B. geleistet worden, die nun erst einmal abzuarbeiten seien. W.B. bewertet die Lage anders: Als das Aluwerk mit Verweis auf die Vorauszahlungen eine Rechnung für Personalbereitstellung nicht bezahlte, zog W.B. im Dezember seine Mitarbeiter aus dem Werk ab. Das Aluwerk wiederum reagierte mit einer Kündigung des Vertrages, womit die Leiharbeitsfirma ihren Hauptkunden verlor.

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Welcher Zusammenhang zwischen diesem Konflikt und der Abberufung von Thomas Wiese als Vorstand besteht, ist noch nicht völlig klar. Obwohl der frühere Mehrheitsaktionär Wiese im Sommer 2017 sein Aktienpaket an die Chinesen verkauft hatte, war er danach noch als geschäftsführender Vorstand tätig. Im November 2018 aber entzog ihm der Aufsichtsrat der AG das Vertrauen, um Wieses Vorgänger Volker Findeisen zurück ins Werk zu holen. Diese Entscheidung des Aufsichtsrates soll am kommenden Donnerstag von einer außerordentlichen Versammlung der Aktionäre bestätigt werden. Anders als bisher üblich sind bei dieser Hauptversammlung keine Gäste zugelassen.

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