Klare Linien einerseits, aber auch Kupferbauteile und ein dezenter Farbanstrich: Der frisch modernisierte Altbau an der Klosterstraße 5 schafft aus dieser Perspektive mit Blickrichtung auf die Sparkasse einen fließenden Übergang zwischen Neu und Alt. © HSI Immobilien
Innenstadt

Altbau in Unnas Klosterviertel erstrahlt in neuem Glanz

Eine zuvor hartnäckige Dauerbaustelle in der Innenstadt von Unna kommt nun zügig zum Abschluss: Das Eckgebäude gegenüber von Standesamt, Volksbankzentrale und Müller-Kaufhaus zeigt seine neue Fassade.

Etwa zehn Jahre lang stand das Gebäude an der Klosterstraße 5 als angefangene Baustelle in seinem Quartier. Echte Fortschritte waren nicht auszumachen, bis es dann mit einem Mal doch ganz schnell ging. Grund für den Tempowechsel war der Verkauf an einen neuen Investor: Der Unnaer Immobilienentwickler Hendrik Schabsky hatte das Projekt im Jahr 2019 übernommen und neu gestartet.

Inzwischen steht es kurz vor dem Abschluss. Im Sommer sollen Bewohner und gewerbliche Nutzer des vermutlich rund hundert Jahre alten Gebäudes einziehen können. Rein äußerlich kann man aber jetzt schon gut erkennen, wie sich das Haus in sein Umfeld einpasst.

Es ist eine spannungsvolle Ecke der Innenstadt, was die dortige Architektur angeht. Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus des Standesamtes, die hochglänzende Glas-und-Stahl-Fassade der Volksbank und die minimalistisch-klaren Linien des Müller-Kaufhauses stehen dort im Kontrast.

Schabskys Projekt fügt keinen weiteren hinzu, sondern schwächt die Gegensätze eher ab: Fiel die sanierungsbedürftige Dauerbaustelle zuvor doch gerade im Umfeld von drei gut gepflegten Häusern ins Auge, so lehnt sich das Haus heute mit hellem Fassadenanstrich und klaren Linien ein wenig an den Müller-Neubau an. Zwischen Müller und den beiden benachbarten Altbauten schafft das Schabsky-Projekt einen fließenden Übergang. Vor der Wahl dieser Gestaltung standen Absprechen mit der Denkmalbehörde der Stadt.

Altbausanierung mit konsequent neuen Standards

Das genaue Baujahr dieses Altbaus ist nicht belegt. Vermutlich dürfte es in den 1920er-Jahren entstanden sein. Auch wenn die alte Gebäudesubstanz in Teilen erhalten bleibt, sind in den Bauarbeiten, die Anfang 2020 neu begonnen haben, deutliche Eingriffe erfolgt.

So wurden die alten Holzdecken des dreigeschossigen Gebäudes durch massive und schallabsorbierende Betondecken mit Fußbodenheizung ersetzt. Moderne Energetik, eine barrierefreie Ausstattung mit Aufzug und leistungsfähige Datenleitungen auch für die Steuerung als „Smart Home“ seien heute Standard, erklärt Hendrik Schabsky. Dennoch sei es ihm wichtig gewesen, etwas Altbaucharme zu übernehmen.

Erdgeschoss und erstes Obergeschoss bieten auf jeweils hundert Quadratmetern Gewerbefläche. Die Vermarktung hat gerade begonnen und zielt vermutlich auf das Dienstleistungsgewerbe, also auf Praxen, Kanzleien oder Büros. Für die zwei Wohnungen lägen bereits jetzt so viele Anfragen vor, dass Schabskys Firma HSI vermutlich auf eine aktive Vermarktung verzichten kann.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
Zur Autorenseite
Sebastian Smulka
Lesen Sie jetzt