So wie es hier auf diesem Symbolbild veranschaulicht wird, fand ein Ehepaar in Königsborn am Samstag seine beiden Autos vor. Unbekannte hatten das Grundstück der Familie betreten und sämtliche Reifen zerstochen. © picture-alliance/ dpa
Polizei

Alle Reifen zerstochen: Ehepaar aus Unna sieht sich als Opfer gezielter Racheakte

Reifenstecher haben in Königsborn zwei Autos vorübergehend „stillgelegt“. Was nach Vandalismus aussieht, scheint ein geplanter Racheakt gewesen zu sein, befürchten die Geschädigten.

Es ist nicht zum ersten Mal passiert, dass ein Ehepaar aus Königsborn eines der Autos aus der Familie in einem nicht mehr fahrbereiten Zustand vorgefunden hat. Schon im Herbst des vergangenen Jahres waren einem der Wagen zwei Reifen zerstochen worden. Damals ließ sich vielleicht noch hoffen, dass die Besitzer lediglich zufällig Opfer blanker Zerstörungswut geworden waren, auch wenn alle anderen Fahrzeuge am Straßenrad unbeschädigt geblieben waren.

Nun stellt sich die Sache anders dar. Erneut schlugen beziehungsweise stachen unbekannte Täter zu, diesmal aber auf dem Grundstück der Familie – und vor laufender Überwachsungskamera.

Ob das Bildmaterial ausreicht, um jemanden identifizieren zu können, muss nun die Auswertung durch die Polizei zeigen, der das Material übergeben worden ist. Zu erkennen ist, dass der erneute Akt der Sachbeschädigung nicht etwa spontan bei einer nächtlichen Tour durch Königsborn zustande gekommen ist, sondern eher geplant war.

Mit Stichwerkzeugen bewaffnet und mit Masken unkenntlich gemacht betraten zwei Gestalten am vergangenen Samstag um 0.11 Uhr das Privatgrundstück am Dornsteinweg, um nacheinander acht Autoreifen zu zerstechen. Danach liefen die Täter in Richtung der Straße „Am Wilhelmsbau“ beziehungsweise Kamener Straße davon.

Beide Autos mussten abgeschleppt werden

Die beiden Autos mussten mit einem Abschleppfahrzeug in eine Werkstatt transportiert werden. Neben den Kosten für den Ersatz der Reifen macht dies den entstandenen Sachschaden aus. Die Geschädigten wollen nun aber auch noch 500 Euro zusätzlich ausgeben: Sie setzen eine Belohnung aus für Hinweise an die Polizei, die zur Ermittlung der Täter führen.

Ärger im Verein als möglicher Hintergrund

Dabei haben die beiden Geschädigten zumindest einen Verdacht, aus welcher Richtung die Angriffe stammen könnten. Als Ehrenamtler tragen sie in mehreren Vereinen Verantwortung. In allen dürfte durch die Coronabeschränkungen eine gewisse Unzufriedenheit herrschen, die vielleicht ein Ventil braucht. Aber in einem der Vereine gibt es seit geraumer Zeit auch regelrechten Ärger und einen Machtkampf im Vorstand.

Der Hinweis auf etwaige Motive kann für die Polizei ein Ansatzpunkt für Ermittlungen sein. Allerdings laufen die Arbeiten an dem Fall erst an: Bislang bestätigt die Kreispolizeibehörde nur, dass es einen entsprechenden Vorfall gegeben habe und die Arbeit aufgenommen wird.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
Zur Autorenseite
Sebastian Smulka
Lesen Sie jetzt