So könnte er aussehen, der neue Aldi-Markt an der Kamener Straße in Unna. Weil die Unterlagen für einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ typischerweise etwas farblos sind, legt der Discounter auch eine fotorealistische Darstellung eines Architekten vor. © Aldi Nord
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Aldi zeigt seine Pläne für den neuen Markt an der Kamener Straße

In Massen ist Aldi kurz vor einer Neuansiedlung kalt erwischt worden. In Königsborn nimmt ein neuer Markt Formen an – als deutlich vergrößerter Ersatz für den heutigen Laden an der Kamener Straße.

Unna ist für Aldi kein einfacher Boden. Im Kampf um die raren Ansiedlungsflächen in der Kreisstadt ist der Urvater des Discounthandels immer wieder „zweiter Sieger“ gegen den Erzrivalen Lidl gewesen.

Als würde ein Fluch auf dieser Stadt liegen, gab es auch beim Versuch, einen Markt in Massen zu begründen, zuletzt ein böses Erwachen. An der Massener Bahnhofstraße schien Aldi das seit Jahren verfolgte Ziel endlich umsetzen zu können, bis Investor Robert Löer eher aus taktischen Gründen seinen Partner austauschte und doch Lidl bevorzugte.

Abriss und Neubau an der Kamener Straße

In Königsborn stehen die Aussichten besser für Aldi. Dort betreibt der Handelsriese bereite einen gut laufenden Standort. Und dieser bereitet nun den Boden für einen Nachfolger.

Zum Teil gilt dies wörtlich. Aldi will sich zwar abermals vergrößern, doch anders als 2007 beim Wechsel von der Dorotheen- an die Kamener Straße braucht es dafür keinen wirklichen Umzug. Der Discounter hat das südlich angrenzende Nachbargrundstück des heutigen Standortes gekauft, um die bisherigen Gebäude einer Spielhalle, eines Bestatters und einer Autoglaserei abreißen und überplanen zu können. Er steht also in keinem Wettstreit um die Flächenvergabe, braucht nur noch die Genehmigung für die Nutzung.

Ein scheinbar frei schwebendes Vordach, viel Spiegelglas und eine verklinkerte Kontrastfläche in Backsteinoptik – der künftige Markt an der Kamener Straße ist architektonisch eng an den derzeit jüngsten Aldi-Standort am Verkehrsring angelehnt.
Ein scheinbar frei schwebendes Vordach, viel Spiegelglas und eine verklinkerte Kontrastfläche in Backsteinoptik – der künftige Markt an der Kamener Straße ist architektonisch eng an den derzeit jüngsten Aldi-Standort am Verkehrsring angelehnt. © Aldi © Aldi

In dieser Hinsicht laufen nun wichtige Wochen an. Pläne dieser Tragweite müssen öffentlich ausgelegt werden, damit die Bürger sie kommentieren können. Bis zum 24. August können die Unnaer nun ihre Meinung zum Vorhaben in die Diskussion einbringen.

Gemessen an der Debatte, die das Konzept für Lidl und Edeka in Massen ausgelöst hat, scheinen Aldis Pläne für Königsborn in manchen Dingen einfacher zu sein. Während in Massen eine Freifläche versiegelt würde, geht es in Königsborn um die Umnutzung von jetzt schon bebautem Boden. Und auch der Kundenverkehr ist bereits vorhanden.

Fläche wächst auf 1400 Quadratmeter

Allerdings plant Aldi in völlig neuen Dimensionen. Die Verkaufsfläche würde von 855 auf rund 1400 Quadratmeter wachsen. Zufahrten soll es von zwei Seiten geben: von der Kamener und von der Nelkenstraße aus.

Mit der öffentlichen Auslegung der Pläne in den kommenden Wochen liegt das Projekt in dem Zeitrahmen, den Aldi dafür zuletzt kommuniziert hat. Corona und die Kommunalwahl könnten allerdings dazu führen, dass erst der neue Stadtrat die Freigabe für den Neubau erteilt. Sieben Monate Bauzeit rechnet Aldi vom Abriss der Gebäude bis zur Fertigstellung des künftigen Ladens. Für die Übergangszeit will Aldi einen Zeltverkauf organisieren, wie er zurzeit in Holzwickede läuft. Noch ist allerdings nicht bekannt, ob sich dafür eine geeignete Fläche anbietet.

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Discounter überbrückt Filial-Neubau mit einer Zeltlösung

Der Bebauungsplan für den Neubau muss öffentlich ausgelegt werden, wobei die Öffentlichkeit in Zeiten der Corona-Pandemie über das Internet hergestellt wird. Vom 23. Juli bis zum 24. August 2020 sind die Unterlagen auf der Internetadresse www.unna.de/standort/planen-bauen-wohnen/oeffentlichkeitsbeteiligung/planverfahren zu finden.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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