Aktionärsversammlung zum Fall von Thomas Wiese

dzAluwerk

Die Aktionäre der Aluminiumwerke Unna AG sind zu einer außerordentlichen Hauptversammlung eingeladen. Am 10. Januar treten sie zusammen, um die Absetzung von Thomas Wiese zu bestätigen.

Unna

, 29.11.2018, 14:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was der Aufsichtsrat des Aluwerkes am 19. November faktisch vollzogen hat, muss die Aktionärsversammlung im Nachgang noch einmal offiziell bestätigen. Fraglich ist dies angesichts der Mehrheitsverteilung nicht, gehören die 99,72 Prozent der Aktien dem chinesischen Branchenriesen Zhongwang, der mit dieser Mehrheit auch den Aufsichtsrat besetzt hat. Aber: Auch die verbliebenen Kleinaktionäre besitzen in der Hauptversammlung ein Fragerecht. Und so kann es durchaus eine Aussprache über die Hintergründe des Führungswechsels geben, auch wenn die Bestätigung der Freistellung an sich Formsache ist.

Sondersitzung nur für den Wiese-Rauswurf

Die Tagesordnung der Sitzung am 10. Januar 2019 besteht aus lediglich einem Punkt: „Beschlussfassung über den Vertrauensentzug gegenüber dem Vorstandsmitglied Thomas Wiese“ ist dieser überschrieben. Der amtierende Vorstand empfiehlt den Aktionären, dem Vertrauensentzug zuzustimmen.

Das Ende einer Erfolgsgeschichte

Für Thomas Wiese ist der Bruch mit den chinesischen Partnern ein tiefer Fall. Der heute 52-Jährige war früher angestellter Kaufmann und Betriebsrat des Werkes. Zur Jahrtausendwende wurde er aber zum Eigentümer: Als sich die Austria Metall AG (Amag) als vormalige Eigentümerin in den 1990er-Jahren entschied, das Aluwerk in Unna aus ihrem Portfolio zu streichen, bereiteten Wiese und Kollegen ein „Management Buy-out“ vor. Wiese übernahm zum 1. Januar 2000 einen Mehrheitsanteil der Aktien von 72,7 Prozent, die Belegschaft über einen Verein eine Sperrminorität von 25,1 Prozent. Wiese hatte sich zwischenzeitlich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, kehrte aber 2015 selbst auf den Sitz des Vorstandes zurück, nachdem er Volker Findeisen das Vertrauen entzogen hatte.

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Nun kehren sich die Verhältnisse um: 2017 hatte der Zhongwang-Konzern Wiese und dem Belegschaftsverein die Aktienpakete abgekauft. Wiese blieb zunächst als Vorstand zuständig für die Geschäftsführung, wurde nun aber freigestellt und durch eine Rückkehr Volker Findeisens ersetzt.

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