Wolfgang Ahlers geht: Die SPD im Unnaer Stadtrat verliert ein weiteres Mitglied

dzFraktionsaustritt

Die Erosion der Sozialdemokraten im Rat der Stadt Unna setzt sich fort: Königsborns Ortsvorsteher Wolfgang Ahlers hat seinen Austritt erklärt. Inzwischen fehlen der Fraktion somit drei Stimmen.

Unna

, 04.10.2019, 11:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach Bärbel Risadelli und Gudrun Friese-Kracht ist nun auch Wolfgang Ahlers aus der Ratsfraktion der SPD in Unna ausgetreten. Sein Mandat im Stadtrat will der 61-Jährige ebenso wie sein Parteibuch behalten. Und auch seine Funktion als Ortsvorsteher von Königsborn werde er fortführen.

Die einst mit 21 Sitzen in den Rat gewählte SPD-Fraktion besteht damit nur noch aus 18 Mitgliedern. Ahlers erklärt seine Entscheidung mit einer langen Reihung von Erlebnissen, die für ein nicht zu aktpetierendes Miteinander in der SPD-Fraktion stehen. Angefangen habe dies in der „Causa Risadelli“ nach der fristlosen Kündigung der damaligen Fraktionsgeschäftsführerin.

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„Ich bin nicht einmal gegen so eine Kündigung an sich, wenn man nun wirklich nicht mehr zusammenarbeiten kann. Wichtig ist aber die Art und Weise, wie das dann geschieht: Wie gehe ich mit einem Menschen um? Wie verletze ich ihn? Da sind viele schlimme Dinge geschehen, zu denen ich lange geschwiegen habe. Aber jetzt ist es einfach für mich zu viel geworden.“

Denn plötzlich sah sich Ahlers nun selbst als Gegenstand eines Umgangs, den er in dieser Weise nicht akzeptieren kann. Ahlers sollte aus dem wichtigen Fachausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung (ASBV) herausgenommen und durch Anja Kolar ersetzt werden – ohne, dass man es ihm gesagt hätte.

Ahlers wittert einen Einfluss alter Seilschaften um Volker König

„Da hat es eine Liste gegeben mit Umbesetzungswünschen, die dem Bürgermeister zugeleitet wurde. Dass mein Name darauf steht, hat mir aber vorher niemand gesagt“, so Ahlers. Erst als ihm diese Liste auf inoffiziellem Wege zugeleitet wurde, konnte er reagieren und um seinen Platz im Gremium kämpfen. Tatsächlich sah die SPD-Fraktion dann davon ab, ihn auszutauschen. Aber für Ahlers war es nun trotzdem der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Ahlers wittert in dem beabsichtigten Wechsel ein Machtspiel und ein Zeichen dafür, dass Versuche der SPD, eine personelle Neuaufstellung zu leisten, offenbar doch eher Fassadenfunktion haben. Hintergrund: Anja Kolar gilt als enge Vertraute von Volker König, der zwar als Fraktionschef zurückgetreten ist, ansonsten aber weiter viele Schlüsselfunktionen besetzt. Unter anderem löste König nun den neuen Fraktionschef Bernd Dreisbusch als Vorsitzender des ASBV ab.

„Ich habe den Eindruck, dass da doch noch jemand aus dem Hintergrund die Fäden zieht. Und Bernd Dreisbusch – der schlägt zwar in seinen Worten einen anderen Ton an als König, aber unterschrieben hatte er das Papier ja doch.“

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