Stadt hat seit 2016 nichts getan: ADFC-Sprecher kritisiert Radwegesituation in Unna

dzFahrradstraße am Afferder Weg

Der Geist ist willig, der Körper schwach: Der ADFC ist mit der Radwegesituation in Unna alles andere als zufrieden. Die Stadt formuliere ambitionierte Ziele, tue aber nichts dafür, so der Vorwurf.

Unna

, 04.09.2019, 10:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Vorwurf, den der ADFC gegen die Stadt und die Kommunalpolitik erhebt, wiegt schwer. Sie habe zwar 2016 das Ziel formuliert, dass der Anteil des Radverkehrs in der Stadt langfristig auf 25 Prozent steigen soll. Derzeit liege nach den jüngsten Messungen des sogenannten „Modal Split“ der Anteil des Fahrradverkehrs bei der Hälfte des von der Stadt angepeilten Werts.

Meist nur hohle Phrasen

Laut ADFC-Sprecher Helmut Papenberg ist die Zielsetzung wünschenswert. Im Fall des Afferder Wegs, den der ADFC in einem Antrag als Fahrradstraße ausweisen wollte, zeigt sich aus ADFC-Sicht aber eindeutig, dass es bei der Stadtverwaltung „meist bei hohlen Phrasen“ bleibe.

Für Papenberg ist der Sachverhalt ziemlich einfach: „Wenn wir den Anteil der Radfahrer im Straßenverkehr erhöhen möchten, dann müssen wir die Voraussetzungen für Radfahrer verbessern“, fordert er. Bisher werde noch zu viel für den Autoverkehr getan.

Der Vorschlag des ADFC lautet deshalb, einen Teil des Verkehrs am Afferder Weg künftig über die Friedrich-Ebert-Straße und die Hansastraße laufen zu lassen. Der Afferder Weg bliebe dann für Anlieger und Radfahrer frei befahrbar. Zudem würde dort Tempo 30 gelten. „Ich denke, dass sich die Anwohner dort freuen würden“, sagt Papenberg.

„Wie man es nennt, ist wurscht“

Und ob man den Afferder Weg künftig zur Anliegerstraße oder zur Fahrradstraße mache, sei dabei nicht die entscheidende Frage: „Wie man es auch immer nennt, ist völlig wurscht. Ziel muss sein, dass dort weniger Autos herfahren.“

Das Interesse des ADFC sei es, dass die Schüler, die aus den Einzugsgebieten vom Schulzentrum auf der einen Seite und der Realschule auf der anderen Seite jeweils ins andere Stadtgebiet pendeln könnten. Und das, sofern sie es denn wollen, eben mit dem Fahrrad.

„Bisher nichts unternommen worden“

Die Verkehrswende sei großspurig ausgerufen worden, bisher sei aber nichts unternommen worden, um die Situation in Unna zu verbessern. „Wenn sich da in den nächsten Jahren nichts tut, müssen wir uns Gedanken machen, ob eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte noch Sinn macht. Dann muss man Unna eben rauswerfen“, sagt Papenberg.

Gefühlte und faktische Sicherheit verbessern

Es sei an der Zeit, dass sich im Straßenverkehr etwas tut. Die Menschen müssten sich sicherer fühlen. Und das setze eine faktische Verbesserung der Sicherheit voraus.

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