Acht Parteien wollen bei der Kommunalwahl in Unnas Stadtrat einziehen

dzPolitik in Unna

Der Rat der Stadt Unna verspricht nach der Neuwahl so bunt zu werden wie nie zuvor. Acht Parteien und Wählerbündnisse wollen in die Vertretung der Bürger einziehen.

Unna

, 28.07.2020, 11:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den aktuellen Stadtrat waren mit der Kommunalwahl 2014 schon sieben verschiedene Gruppen eingezogen. Nun könnten es acht werden. Offiziell erfolgt die Feststellung der Kandidatinnen und Kandidaten zwar erst am 3. August in einer Sitzung des Wahlausschusses, aber die Meldefrist ist am Montagabend, 18 Uhr, verstrichen.

Dabei hat es tatsächlich noch eine Überraschung gegeben. Denn von sich aus an die Öffentlichkeit gegangen waren zuvor nur sieben Parteien und Wählerbündnisse. Wer Nummer 8 ist, wird zumindest vom Rathaus im Vorfeld noch nicht bestätigt, weil sich die Anmelder Vertraulichkeit erbeten hätten.

Die Freien Wähler wollen es nochmal wissen

Einiges weist jedoch darauf hin, dass es die Freien Wähler sind, die sich rechtzeitig zur Wahl noch einmal neu aufstellen wollen. Zumindest waren Bestrebungen dafür schon in den vergangenen Wochen vernehmbar. Die AfD tritt in Unna nicht für den Stadtrat an, und die 2014 noch erfolgreichen Piraten treten praktisch gar nicht mehr in Erscheinung. Gleichwohl waren Anfragen unserer Redaktion an die Freien Wähler bislang unbeantwortet geblieben.

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Einschließlich dieser Unwägbarkeit ergeben sich für die 23 Wahlbezirke Stimmzettel, auf denen bis zu acht Direktkandidaten angekreuzt werden können. Vertreter von SPD, CDU, Bündnisgrünen, FDP, FLU, Die Linke, WfU und recht wahrscheinlich eben auch der FW stehen zur Wahl.

Parteienlandschaft ist bunter – oder einfach zu zersplittert

Deutlich wird damit aber auch, wie sehr sich die politische Landschaft in Unna in den zurückliegenden Jahren segmentiert hat. Der Zuwachs an Wahlmöglichkeiten entsteht nicht durch das Aufkommen völlig neuer Positionen, sondern eher durch andere Interpretationen davon.

So waren Freie Wähler und Freie Liste Unna 2014 noch gemeinsam als Listenbündnis angetreten und in den Rat eingezogen, um sich dann aber recht bald zu entzweien. Zuvor war die Freie Liste 2013 als Abspaltung aus der CDU hervorgegangen.

Wir für Unna ist auch die Partei der Causa Risadelli

Unter den Kandidaten für „Wir für Unna“ hingegen sind viele frühere Sozialdemokraten. Dass sie nun buchstäblich einen eigenen Verein aufgemacht haben, ist Teil einer Ereigniskette, die mit der „Causa Risadelli“ ihren Anfang genommen hat.

Die umstrittene Kündigung der damaligen Fraktionsgeschäftsführerin Bärbel Risadelli markierte einen Punkt, in der die Spannungen innerhalb der SPD zu Rissen wurden, die nicht mehr zu kitten waren – und schließlich im Bruch endeten. Jetzt übrigens ist Bärbel Risadelli Kandidatin für WfU in Mühlhausen und Uelzen.

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Für die Wähler mag sich am 13. September also nicht nur die Frage stellen, welche politische Grundhaltung sie sich für ihre Vertreter im Stadtrat wünschen, sondern auch die Frage, wer diese Haltung eigentlich vertritt. Inhaltliche Auseinandersetzungen könnten im künftigen Stadtrat noch vielschichtiger werden.

Die Bürgermeisterwahl 2015 ging als „Solo für Kolter“ in die Geschichtsschreibung ein, wollte sich an dem Amtsinhaber doch kein Gegenkandidat die Zähne ausbeißen. Mit dem Ruhestand des beliebten SPD-Mannes aber werden die Karten neu gemischt: Acht Kandidatinnen und Kandidaten wittern ihre Chance.

Die Bürgermeisterwahl 2015 ging als „Solo für Kolter“ in die Geschichtsschreibung ein, wollte sich an dem Amtsinhaber doch kein Gegenkandidat die Zähne ausbeißen. Mit dem Ruhestand des beliebten SPD-Mannes aber werden die Karten neu gemischt: Acht Kandidatinnen und Kandidaten wittern ihre Chance. © Udo Hennes

Acht Bewerber wollen ins Bürgermeisterbüro

Ebenfalls bunt, aber ohne weitere Überraschungen zeigt sich nach dem Ende der Meldefrist am Montag das Bewerberfeld für die Wahl des Bürgermeisters. Wie bereits berichtet, gehen acht Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen: Katja Schuon (SPD), Dirk Wigant (CDU), Claudia Keuchel (Bündnis90/Die Grünen), Frank Ellerkmann (FDP), Frank Murmann (FLU), Ingrid Kroll (WfU) sowie die parteilosen Kandidaten Jens Ole Wilberg und Achim Megger.

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