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Acht Meter gestürzt und von Stiel durchbohrt: Unfallopfer sagt Feuerwehr Unna Danke

dzNur mit Glück überlebt

Alfons Flasche muss unfassbar viele Schutzengel gehabt haben, als er im Sommer 2017 in eine Baugrube des Kortelbachs fiel. Vor allem aber hatte er viele Retter, denen er nun „Danke“ sagte.

Unna

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Dass Alfons Flasche seinen Rettern einmal wird Danke sagen können, war alles andere als selbstverständlich. Es sah nicht gut aus für den damals 50-Jährigen, als er im Sommer 2017 am Busbahnhof in eine acht Meter tiefe Baugrube für die Sanierung des Kortelbachs gefallen war. Schon die Fallhöhe allein hätte tödlich sein können. Er fiel noch dazu so unglücklich auf einen Vorschlaghammer, dass sich dessen Stiel diagonal durch seinen Oberkörper bohrte.

Acht Meter gestürzt und von Stiel durchbohrt: Unfallopfer sagt Feuerwehr Unna Danke

Die Baugrube, in die Alfons Flasche im Mai 2017 stürzte, hatte einen Durchmesser von achteinhalb Metern und war acht Meter tief. © Archiv / Anna Gemünd

Es müssen unvorstellbar viele Schutzengel zur Stelle gewesen sein. Kaum Knochenbrüche, lebenswichtige Organe blieben unversehrt. Alfons Flasche hat buchstäblich um Haaresbreite überlebt. Zwei Jahre später sitzt er nicht nur seinen Rettern gegenüber. Er kann wieder arbeiten, ist körperlich so weit genesen. Zu verdanken hat er das freilich auch der schnellen Rettung durch die Feuerwehr.

Höhenretter der Feuerwehr Dortmund angefordert

Für die war der Einsatz im Mai 2017 alles andere als Routine. Eine Rettung aus acht Metern Tiefe – das war für die Unnaer Feuerwehr außergewöhnlich. Material und Wehrleute wie auch der Notarzt mussten in die Baugrube, Unfallopfer Flasche möglichst schonend zur Erdoberfläche bringen. Zur Unterstützung wurden deshalb die Höhenretter der Feuerwehr Dortmund angefordert; eine Einheit, die mit Methoden und Techniken spezialisiert ist auf solche Einsätze. Nach nicht mal einer Stunde war der Einsatz beendet, ein Rettungshubschrauber flog Alfons Flasche in ein Krankenhaus.

Acht Meter gestürzt und von Stiel durchbohrt: Unfallopfer sagt Feuerwehr Unna Danke

Ein Rettungshubschrauber flog den schwer verletzten Alfons Flasche damals in eine Unfallklinik. © Archiv / Michael Neumann

Dass der Einsatz so reibungslos vonstattenging, war auch dem ausführlichen Sicherheitskonzept zu verdanken. Bei so außergewöhnlichen Bauarbeiten wie damals bei der Kortelbachsanierung – ein Großteil der Arbeiten fand unter Tage statt – gibt es im Vorfeld eine sogenannte Sicherheitskonferenz. Die ausführende Baufirma Batteux hat im Vorfeld mehrere Gespräche mit der Feuerwehr zu möglichen Notfallszenarien geführt. Es gab Baustellenbesichtigungen vonseiten der Rettungskräfte und genaue Pläne, welche Flächen und Zufahren für Rettungskräfte im Fall der Fälle freizuhalten sind. Dass dieser Fall der Fälle eintreten würde, hat freilich niemand geahnt. Doch die detaillierte Vorbereitung auf eben diesen war enorm hilfreich, als er dann doch eingetreten ist.

Acht Meter gestürzt und von Stiel durchbohrt: Unfallopfer sagt Feuerwehr Unna Danke

Unfallopfer Alfons Flasche und Tim Richter, Bauleiter der Firma Batteux, sagten den Rettern der Feuerwehr Unna „Danke“ – mit 1000 Euro für den Förderverein und einem westfälischen Fresskorb für die Wehrleute. © Ueberfeld / Stadt Unna

„Es zeigt, dass unsere Rettungskette funktioniert und dass es einen Sinn hat, was wir machen.“
Olaf Weischenberg, Leiter der Feuer- und Rettungswache

Alfons Flasche selbst hat an den Vorfall keinerlei Erinnerung mehr. „Mir fehlen bestimmt sechs Wochen“, erzählt er jetzt, zwei Jahre später. Überhaupt versucht er, möglichst nicht daran zu denken. Der Dank an die Rettungskräfte, den sein Bauleiter Tim Richter mit einer Spende in Höhe von 1000 Euro an den Förderverein der Feuerwehr verband, sollte so etwas wie der Schlusspunkt hinter dieser Geschichte sein.

Für die Rettungskräfte ihrerseits ein schöner, aber auch wichtiger Moment. „Dass er hier bei uns ist, bestätigt unsere Arbeit: Es zeigt, dass unsere Rettungskette funktioniert und dass es einen Sinn hat, was wir machen“, so Olaf Weischenberg, Leiter der Feuer- und Rettungswache in Unna.

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