Abschiebung mit Waffe: Mitarbeiter werden auf schwierige Einsätze vorbereitet

dzAusländerbehörde

Flüchtlinge werden mit Hilfe der Polizei unter Vorhalt einer Waffe abgeschoben: Der umstrittene Fall aus Unna zeigt auch, wie schwierig die Einsätze für Mitarbeiter der Ausländerbehörde sind.

Unna

, 02.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der Einsatz am 26. September beendet war, dürften auch die Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Kreises Unna erst einmal kräftig durchgeatmet haben. Die Abschiebung eines Ehepaares nach Nordmazedonien, die mit Unterstützung durch die Polizei erfolgte, hatte den Beamten vor allem psychisch viel abverlangt.

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Solche Geschehnisse zu verarbeiten, ist alles andere als leicht, weiß auch Kreisdezernent Uwe Hasche. Vielen Mitarbeitern helfe es, anschließend über die Geschehnisse im Team zu sprechen. Es gebe aber auch Mitarbeiter, die die emotionale Belastung lieber im Stillen verarbeiten.

Teamleitungen schauen nach Abschiebe-Einsätzen genau hin

„Die Teamleitungen schauen ganz genau hin, wie das Geschehene verarbeitet wird“, sagt Uwe Hasche. Daneben gehe es natürlich auch um die Analyse, wie ein Einsatz gelaufen sei.

Abschiebungen wie die am 26. September seien glücklicherweise eine absolute Ausnahme. Weil der Ehemann, ein 52 Jahre alter und schwerkranker Mann, für den Fall seiner Abschiebung mit einem Suizid gedroht habe, habe es einen so großen Einsatz gegeben.

Die Folge: Die von der Ausländerbehörde eingesetzten Mitarbeiter hatten nicht nur die Aufgabe, die Abschiebung durchzusetzen, sondern sollten auch die Gesundheit des Nordmazedoniers im Blick haben – und natürlich sollten sie auch Sorge tragen, dass er sich nichts antut. Der Mann hat den Einsatz offenbar zumindest so gut überstanden, dass er in seine Heimat geflogen werden konnte.

Mitarbeiter der Ausländerbehörde trainieren mit der Polizei

Auf Einsätze wie den im September werden die Mitarbeiter intensiv vorbereitet. „Da gibt es Schulungen auch durch die Polizei“, berichtet Hasche. Die Polizeibeamten zeigen den Mitarbeitern der Ausländerbehörde, wie diese sich im Falle einer Bedrohung verhalten können. „Das geht bis zum Trainieren der Selbstverteidigung“, erklärt der Kreisdezernent.

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Die Ausländerbehörde des Kreises Unna verfügt laut Hasche sogar über einen eigenen Schulungs- und Trainingsraum, in dem Mitarbeiter auf ihre Einsätze vorbereitet werden. Und dennoch bringt jede Abschiebung ihre ganz eigenen Begleitumstände und Herausforderungen mit sich.

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„Ich habe großes Mitgefühl und Empathie für alle, die diese schwierigen Aufgaben meistern“, sagt Hasche. Im Endeffekt komme es aber immer auf ein funktionierendes Team an – und dazu gehört, dass auch nach schwierigen Einsätzen jeder stets ein offenes Ohr für seinen Kollegen hat.

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