Abifeier in Corona-Zeiten: „Das war sogar noch schöner als eine normale Feier“

dzAbitur 2020

Tom Eichhorn hat es geschafft: Als einer von 91 Abiturienten am Geschwister-Scholl-Gymnasium erhielt er am Donnerstag sein Reifezeugnis unter besonderen Umständen.

Unna

, 26.06.2020, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mund-Nasen-Schutz zum schicken Anzug, Desinfektionsmittel und großer Abstand zwischen den Stühlen: Wer in diesem Jahr sein Abiturzeugnis erhielt, für den war vieles anders. Das Coronavirus und die geltenden Abstands- und Hygieneregeln haben auch die Pläne der Abiturienten am Geschwister-Scholl-Gymnasium durcheinander gebracht. Einer von ihnen ist Tom Eichhorn. Wie er die Abifeier der anderen Art erlebt hat, erzählt er im Interview.

Du bist gerade auf einem roten Teppich aus der Stadthalle gekommen, Eltern, Mitschüler und Lehrer haben applaudiert und Fotos gemacht – so wie bei allen Abiturienten. Wie fühlt sich das an?

Echt gut. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schön wird – fast wie eine echte Abifeier. Eigentlich war es sogar noch schöner, weil es etwas ganz Besonderes war. Alle haben sich echt große Mühe gegeben, um es für uns zu einem tollen Tag zu machen.

Du warst als Stufensprecher in vielen Planungen rund um das Abitur und die Abifeier involviert – und dann kam Corona und dürfte so ziemlich alles über den Haufen geworfen haben. Was geht einem da durch den Kopf?

Ganz ehrlich? Im ersten Moment war das erstmal ein Schock. Alle Planungen der vergangenen Monate waren ja plötzlich für die Tonne. Uns war schnell klar, dass wir komplett umplanen müssen. Das fing bei der Abifeier an, ging über die Abizeitung bis hin zu der Frage, was jetzt mit dem Geld passiert, das wir über mehrere Jahre von allen Schülern gesammelt hatten, um zum Beispiel den Abiball zu finanzieren. Da müssen wir jetzt schauen, wie wir das regeln. Jetzt sieht es ja so aus, als könnten wir doch noch einen Abiball feiern – da laufen die Planungen gerade.

Neben dem ganzen Organisieren für die Feierlichkeiten waren da ja auch noch die eigentlichen Prüfungen – wie lief das denn in Corona-Zeiten?

Ach, die liefen eigentlich sehr gut. Da war im Grunde nicht viel davon zu merken, dass wir gerade ein Abi unter besonderen Rahmen-Bedingungen machen. Und die Planungen für die Abifeier gingen so richtig ja auch erst nach den Prüfungen los. Nur bei der Abizeitung hatten wir richtig Stress, dass die rechtzeitig in den Druck kam.

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Gerade bin ich vor allem erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Im September beginne ich dann ein duales Studium zum Verwaltungsinformatiker bei der Stadt Hamm. Und vorher mache ich noch Urlaub – in den Niederlanden, das geht jetzt ja zum Glück wieder.

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