In Japan und den USA gehören sie längst zum Alltag, in Deutschland sieht man sie bisher noch sehr selten: „Virtual Reality“-Maschinen – Fahrgeschäfte, die eine virtuelle Realität erzeugen. In Unna gibt es dieses surreale Erlebnis jetzt in einer Lagerhalle.

Unna

, 01.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Nicht nur „Virtual Reality“

Die Halle hat auch mehrere Drohnen-Flugstrecken

Abheben wie Iron Man, kämpfen wie James Bond: In Unna ist das ab sofort möglich

Quadrocopter wie diesen gilt es im Drohnen-Pracours durch Hindernisse zu steuern. © Anna Gemünd

  • Die Halle an der Hochstraße, in der sich über dem „Lasermaxx“ nun auch die „Virtual Reality“-Welt von Markus Pohle befindet, ist auch für Drohnen-Flieger interessant: Wie bereits im Februar geplant, hat der Verein „Droners“ dort nun seine „Drone Arena“ eröffnet.
  • „Ob Profiflieger oder Anfänger, hier sind alle willkommen“, sagt Markus Pohle. Verschiedene Strecken können mit sogenannten „Quadrocoptern“ abgeflogen werden; dabei gilt es, Hindernisse wie Kisten und Reifen zu überwinden.
  • Wer sich im Drohnen-Fliegen ausprobieren möchte, zahlt 20 Euro pro Stunde und bekommt dafür das Fluggerät gestellt und bei Bedarf natürlich auch eine Einweisung in die Flugtechnik. Geöffnet hat die Halle zunächst von Donnerstags (16 bis 22 Uhr ) bis Sonntags (Freitags 15 bis 22 Uhr; Samstag und Sonntag jeweils 11 bis 22 Uhr).
  • Für Piloten, die mit eigenen Drohnen vorbeikommen, steht ein eigener Pilotenraum zur Verfügung. „Dort kann dann auch an den Drohnen gebastelt werden“, sagt Markus Pohle. Auch Workshops mit Profis sind geplant, die dort ihr Wissen weitergeben.

Auf den ersten Blick sieht das weiße Brett mit dem rundum laufenden Leuchtstreifen aus wie eine Requisite aus den „Star Trek“-Filmen: Irgendwie könnte man sich gut vorstellen, dass Mr. Spock damit zwischen den Sternen hindurch manövriert. Und tatsächlich handelt es sich bei dem „Board“ um ein Fahrzeug. „Das ist quasi die moderne Form der Sommerrodelbahn“, erklärt Markus Pohle. Nur, dass der Fahrer hier nicht eine gemütliche Bahn in den Sauerländer Wäldern hinunterfährt, sondern in einer Lagerhalle in Unna sitzt – und dank „Virtual Reality“-Brille seinen Bob beispielsweise über die Dächer von Paris steuert.

Das, was Markus Pohle in der Lagerhalle über seiner Laserspiel-Arena an der Hochstraße aufgebaut hat, ist die neue Welt der Freizeitgestaltung. „In Dubai und Japan, auch in den USA stehen diese Maschinen schon längst in den großen Einkaufscentern, da gehört das einfach dazu. Hier bei uns in Deutschland ist das gerade erst ganz langsam im Kommen“, erklärt Markus Pohle das, was als „Virtual Reality“ (VR), also als virtuelle Realität, Millionen Menschen weltweit begeistert.

Das Prinzip ist bei allen Maschinen das gleiche: Durch eine „Virtual Reality“-Brille sieht der Benutzer der Maschine ein real wirkendes Szenario, beispielsweise die Strecke einer Sommerrodelbahn. Dabei sitzt er auf oder in der Maschine, in diesem Beispiel auf dem Sitz des Sommerbobs. Wie bei einem echten Bob hat er vor sich einen Steuerungshebel, mit dem er sein Gefährt die virtuelle Bahn entlang steuert.

Der Clou: Die Maschine passt sich dem virtuellen Bild der Brille an: Fährt der Fahrer eine Kurve, kippt das Bord entsprechend zur Seite, überquert er unebenes Terrain, ruckelt das Bord – eben alles möglichst realitätsnah. Wobei: Mit einem Bob auf einer Art Achterbahn-Parcours über den Dächern von Paris zu fahren, das geht eindeutig nur in der virtuellen Realität. „Genau das macht ja den Reiz dieser Maschinen aus“, findet Markus Pohle, „man erlebt etwas, das man in der echten Welt nicht machen kann, und dabei fühlt es sich absolut echt an.“

Abheben wie Iron Man, kämpfen wie James Bond: In Unna ist das ab sofort möglich

Sieht aus wie ein Bob auf einer Sommerrodelbahn, lässt jedoch deutlich adrenalinsteigerndere Fahrten zu: Eine der VR-Maschinen. © Anna Gemünd

Und das gilt auch für weniger Adrenalin-fördernde Szenarien als einen Achterbahn-Ritt über Paris: „Hier kann man sich zum Beispiel die Titanic ansehen, wie sie ausgesehen haben muss, als sie noch fuhr“, zeigt Markus Pohle eine weitere VR-Maschine, die ganz harmlos als Sitz daher kommt. Wer hier die VR-Brille aufsetzt, kann sich tatsächlich in Welten entführen lassen, die es so nicht oder nicht mehr gibt: Als säße man in einem kleinen Fischerboot (natürlich inklusive des Schaukelns der Wellen) sieht man die imposante Titanic vorbeiziehen, majestätisch und irgendwie auch bedrohlich.

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Dann wird das Blickfeld der Brille kurz schwarz - nur, um wenige Sekunden später unter Wasser wieder den Blick freizugeben: Vor einem liegt das Wrack der Titanic; aus der Perspektive eines U-Boot-Piloten erkundet man die Überreste des legendären Schiffes.

Es sind Erlebnisse wie diese, von denen Markus Pohle überzeugt ist, dass sie viele Menschen neugierig auf die virtuelle Realität machen werden. „Das ist eben nicht nur etwas für die Gamer, die solche Brillen schon längst kennen, sondern auch etwas für Leute, die noch nie vorher etwas mit Virtual Reality zu tun hatten.“

Abheben wie Iron Man, kämpfen wie James Bond: In Unna ist das ab sofort möglich

Ein bisschen wie „Iron Man“: Mit dem „Jet Pack“ hebt man tatsächlich ab, wie hier Markus Pohle. © Anna Gemünd

„In Dubai und Japan, auch in den USA stehen diese Maschinen schon längst in den großen Einkaufscentern, da gehört das einfach dazu.“
Markus Pohle

Der „heiße Stuhl“ und das „Jet Pack“ zählen aber wohl eindeutig zu den VR-Maschinen, die erfahrene „Virtual Reality“-Nutzer anlocken werden: Vor allem das „Jet Pack“ hat es Markus Pohle angetan. „Das kennen viele Menschen aus Filmen als Raketenrucksack“, sagt er. Tatsächlich hoben schon James Bond, „Iron Man“ und der „Star Wars“-Kopfgeldjäger Boba Fett mit diesem wuchtigen Rucksäcken in luftige Höhen ab. In Unna kann sich nun jeder ein bisschen wie ein Superheld fühlen, wenn er das futuristische Gerät besteigt und beispielsweise die Welt vor gefährlichen Tieren, Zombies oder Alien rettet – und dabei tatsächlich abhebt. Mehr sei nicht verraten, nur so viel: Der „heiße Stuhl“ bietet noch eine Stufe mehr als „nur“ Abheben.

Vor wenigen Tagen hat Unnas erste „Virtual Reality“-Halle die offizielle Bauabnahme durch die Stadtverwaltung bekommen; jetzt ist Markus Pohle gespannt, wie die Unnaer auf die virtuelle Realität in ihrer Nachbarschaft reagieren. Fest steht auf jeden Fall: Der Superhelden-Faktor in Unna ist eindeutig gestiegen.

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