Unfall auf der A1: Auch ein Auto und ein Lkw-Gespann kollidierten in Folge des Auffahrunfalls. Zuvor war ein Laster in ein Stauende gefahren. © Neumann
Autobahn

A1 nach schwerem Lkw-Unfall sechs Stunden gesperrt – vier Verletzte

Auf der A1 ist es am Dienstag zu einem schweren Unfall gekommen. Drei Lastwagen und ein Auto waren beteiligt, es gab mehrere Schwerverletzte und ein Wrack, das fast abstürzte.

Schon wieder ein Autobahnunfall mit schwerwiegenden Folgen: An diesem Montag erst war es auf der A1 zu schweren Unfällen gekommen, in deren Folge ein Mensch starb. Einen Tag darauf passierte erneut eine folgenschwere Karambolage, dieses Mal in der Gegenrichtung. Mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt. Die stundenlange Autobahnsperrung hatte weiträumige Auswirkungen – auch wegen Gaffern.

Auffahrunfall am Stauende bei Unna

Der Unfall passierte kurz nach 13.30 Uhr auf der A1 in Richtung Bremen. Laut einer Polizeimeldung hat es sich so abgespielt: In Höhe der Brücke Hansastraße, also ein Stück nördlich des Autobahnkreuzes Dortmund/Unna, hatte sich ein Stauende gebildet. Ein Lkw war auf dem mittleren Fahrstreifen unterwegs und wollte auf den rechten wechseln. Dabei übersah der Fahrer aus bislang ungeklärter Ursache, dass sich der Verkehr staute, und fuhr auf einen Lkw am Stauende auf. Durch den Aufprall wurde das auffahrende Fahrzeug nach rechts abgewiesen. Der Laster krachte gegen die Leitplanke und durchbrach sie fast. Er kippte beinahe um, stürzte aber nicht die Böschung hinab, sondern blieb schief verdreht stehen.

Unfall auf der A1: Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte sind im Einsatz. Hier wird gerade ein verletzter Lkw-Fahrer aus seinem Führerhaus befreit.
Unfall auf der A1: Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte sind im Einsatz. Hier wird gerade ein verletzter Lkw-Fahrer aus seinem Führerhaus befreit. © Neumann © Neumann

Zwei Verletzte mit Hubschrauber weggebracht

Es folgte ein Kleinlaster mit Anhänger, dessen Fahrer dem Unfall ausweichen wollte. Das Gespann prallte gegen einen Pkw.

Die Polizei berichtet von insgesamt vier Verletzten. Der Fahrer des aufgefahrenen Lasters und eine Beifahrerin in dem Auto wurden schwer verletzt. Zwei Rettungshubschrauber brachten die Schwerverletzten in Krankenhäuser. Der Fahrer des Gespanns und der des Autos zogen sich leichte Verletzungen zu. Sie wurden mit Rettungswagen in Kliniken gebracht.

Der Sattelzug kam in der Böschung zum Stehen. Die Feuerwehr musste ihn per Seilwinde sichern, bis ein Kran zum Bergen des zerstörten Fahrzeugs kam. © Neumann © Neumann

Aufwendige Bergung mit Kran

Die Bergung der Fahrzeuge erwies sich als aufwendig. Dies galt vor allem für den aufgefahrenen Lastzug. Die Leitplanke verhinderte, dass er die Böschung zur Hansastraße hinabstürzte. Zusätzlich sicherte die Feuerwehr das Lkw-Wrack mit einem Fahrzeug mit Seilwinde, bis der Abschleppdienst kam. Ein schwerer Kran wurde eingesetzt für die Bergung ab dem späten Nachmittag. Die Arbeiten dauerten bis etwa 19.30 Uhr.

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Lkw-Unfall auf der A1 (27. April)

Probleme durch Gaffer auf der Gegenfahrbahn

Die Polizei sperrte die Autobahn zwischen Unna und Kamen bis etwa 19.45 Uhr. Zwischenzeitlich gab sie eine Fahrspur frei, um den gestauten Verkehr abfließen zu lassen. Der Verkehr staute sich weit zurück, bis nach Schwerte. Auf der Gegenfahrbahn wurden wieder einmal Schaulustige zum Problem: Einige Autofahrer in Richtung Köln fuhren extrem langsam an der Unfallstelle vorbei oder hielten sogar. Dadurch bildete sich Stau bis zurück nach Kamen.

Für die Rettung der Verletzten und die anschließende Bergung der Fahrzeugwracks musste die Autobahn sechs Stunden lang gesperrt werden. © Neumann © Neumann

Polizei twittert: Rettungsgasse und nicht rückwärts fahren

Die Polizei sah sich am Nachmittag mehrfach veranlasst, Hinweise zu veröffentlichen. Die Dortmunder Autobahnpolizei warnte per Twitter vor dem Unfall und mahnte, sich dem Stauende langsam zu nähern und eine Rettungsgasse zu bilden. Die Unnaer Polizei hatte mit Auswirkungen im Umfeld zu tun. Sie musste kurzfristig einen zweiten Einsatzort an der Hansastraße absichern, wie sie mitteilte. Die Feuerwehr positionierte sich auf dem Werksgelände von Stromag, direkt unterhalb des halb herabhängenden Lasters. Die Unterstützung „von unten“ war dann aber doch nicht nötig.

Offenbar versuchten Fahrer während der Autobahnsperrung an anderer Stelle, durch waghalsige Manöver dem unfallbedingten Stau zu entgehen. Die Polizei Unna twitterte am Nachmittag: „Fahren Sie in der Auffahrt zur A1 nicht rückwärts zurück auf die B1!“

Über den Autor
Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf

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