5.000 Euro für ein außergewöhnliches Unnaer Schulprojekt, das in Costa Rica Bäume pflanzt

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Die höchste Auszeichnung der Bayer-Stiftung ging am Donnerstag an Gerald Schulz und die Costa-Rica-AG am EBG, die in Zentralamerika Bäume pflanzt und soziale Projekte unterstützt.

von Sebastian Pähler

Unna

, 07.03.2019, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Umweltschutz, soziales Engagement und Bildung, diese Themen sind den meisten Schulen wichtig. Aber nur ganz wenige Schulprojekte schaffen es, diesen Dreiklang in sich zu vereinen. Am Donnerstag ist mit der Costa-Rica-AG des Ernst-Barlach-Gymnasiums (EBG) und ihrem Gründer Gerald Schulz eine solche außergewöhnliche Unternehmung ausgezeichnet worden. Mit 5.000 Euro stattete die „Bayer Care Foundation“ die AG mit der höchstmöglichen Fördersumme der Stiftung aus.

Immer auch nach inks und rechts schauen

Angefangen hat es 2008 mit einem Austauschprogramm, das Schüler des EBGs für einige Wochen nach Costa Rica brachte, um dort ihre Spanischkenntnisse zu verbessern und das Land kennen zu lernen. Doch schnell gelangten Lehrer und Schüler zu der Überzeugung, dass es unverantwortlich sei, jedes Jahr in die Sonne zu fliegen und dabei erhebliche Mengen an umweltschädlichen Emissionen in die Luft zu blasen. Das führte zu der Idee, zum Ausgleich während des Aufenthalts in Costa Rica jedes Mal Bäume zu pflanzen. Daraus ist mittlerweile der „Bosque Unna“, der „Unna-Wald“ entstanden. „Costa Rica ist ein wunderschönes Land“, erläuterte Gerald Schulz bei der Preisübergabe. „Aber wir müssen auch immer nach links und rechts schauen. Darum war klar, dass jedes Umweltprojekt nicht ausreicht, wenn man nicht zugleich etwas für die Menschen tut. So setzt sich die AG für die Grundschule im Dorf Boca Tapada ein. Für sie soll auch die Hälfte des Förderpreises verwendet werden. Der Rest wird in Erde und Bäume investiert. Für weitere Spendenmittel sind die knapp 50 Mitglieder der AG auf dem Weihnachts- und Drahteselmarkt, bei Waffelverkäufen und vielen weiteren Aktionen anzutreffen, wo sie für Costa Rica sammeln.

Die eigentliche Triebkraft sind die Schüler

Stolz auf das Engagement der Unnaer Schülerinnen und Schüler zeigte sich auch Werner Kolter. „Ich glaube es ist für die Entwicklung von jungen Menschen eine Riesenchance, die in einem solchen Projekt liegt“, erklärte der Bürgermeister. Eine fremde Kultur zu erleben fördere die Persönlichkeit. Was aus der AG geworden ist, erstaunte auch Marie Welter. Die Mitarbeiterin der Bayer-Stiftung war zufällig selbst Schülerin des EBG und auch mit in Costa Rica gewesen. Daher freute es sie, die Auszeichnung an Gerald Schulz überreichen zu können. Dieser nahm sie aber eher stellvertretend entgegen. „Als Lehrer kann ich immer Angebote machen, aber was am Ende bewegt wird, kommt von euch“, ließ er für die Schüler applaudieren.

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