50 neue LKW-Rastplätze an der A1 in Unna-Afferde geplant - auch als Beitrag gegen Unfälle

dzAutobahn

An Autobahnen sind mehr Parkplätze für Lastwagen nötig. Der Bedarf soll auch mit einem neuen Rastplatz in Unna gedeckt werden. Gebaut wird frühestens 2023. Wir zeigen, wo.

Unna, Kamen

, 28.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Grafschaft Mark“: So herrschaftlich soll der Riesenrastplatz an der A1 heißen, auf dem Lastwagenfahrer in ein paar Jahren schlafen und ihre Notdurft verrichten sollen. Die Autobahnbaufirma Deges veröffentlicht den Namen dieses Projekts bereits, bis zum Baustart wird es aber noch eine Weile dauern.

Plätze für 50 Laster und bis zu 30 Autos

Wenn Deges ihre Pläne umsetzt, dann baut sie eine Anlage für bis zu 50 Lastwagen. Außerdem sollen 20 bis 30 Autos dort für Pausen parken können.

Der Hintergrund hat auch mit dem modernen Konsumverhalten vieler Menschen zu tun: Es gibt immer mehr LKW-Verkehr, und ein Ende des Anstiegs ist nicht abzusehen. Für die A1 zwischen den Autobahnkreuzen Kamen und Westhofen wurde schon im Jahr 2008 bei einer Untersuchung ein Mangel an Stellplätzen festgestellt.

Entlastung für die A1-Fahrtrichtung Köln

Deswegen wird auch eine Erweiterung der Rastanlage Lichtendorf-Süd geplant. Als Standort für die zusätzliche Park- und WC-Anlage in Unna kommt eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche an der A1 in Höhe Afferde infrage. Deges deutet die Fläche selbst auf einer Internet-Landkarte an. Die Parkplätze müssten wohl auf der westlichen Seite der A1 angelegt werden: Die Planung bezieht sich auf die Autobahn in Fahrtrichtung Köln. Außerdem ist auf der östlichen Seite inzwischen nicht mehr viel Platz: Woolworth hat dort sein neues Lager errichtet.

Bau nicht vor 2023

Für das Projekt läuft derzeit immer noch die Voruntersuchung, wie Deges-Pressesprecherin Simone Döll unserer Redaktion erklärte. Die Planung befinde sich noch in einem relativ frühen Stadium. „Wir gehen von einem Baubeginn nicht vor 2023 aus“, so Döll. Die Standortsuche sei im vergangenen Jahr abgeschlossen worden. Zunächst hatten die Planer auch über eine Fläche in der Massener Heide nachgedacht, im Grenzgebiet zwischen Unna und Holzwickede.

Stadt Unna hat wenig Mitspracherecht

Im Unnaer Rathaus ist man nicht unbedingt glücklich mit den Planungen. Das hatte die Verwaltung deutlich gemacht, als sie das Projekt vor eineinhalb Jahren vorstellte. Verhindern lässt es sich aber wohl kaum. Die Stadt habe nur im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens die Möglichkeit, sich an den Planungen zu beteiligen, bestätigt Pressesprecher Christoph Ueberfeld. Sprich: Die Stadt Unna wird einer von vielen Beteiligten sein, deren Einwände letztlich abgewogen werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr soll Ende Februar über den Planungsstand informiert werden, so Ueberfeld.

Beitrag gegen Not mit der Notdurft

Das Fehlen von Rastplätzen für LKW-Fahrer ist ein Problem, dessen Folgen im Raum Unna sehr unangenehm greifbar sind: Im Grenzgebiet zwischen Unna und Kamen gibt es seit geraumer Zeit Konflikte zwischen Naturfreunden und Lastwagenfahrern. Die Fahrer verrichten ihre Notdurft in der Natur. Womöglich wird diese Unart ein Stück weit unnötig, wenn es mehr Parkplätze und WCs an Autobahnen in der Region gibt.

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Beitrag für mehr Verkehrssicherheit

Und es gibt noch einen weiteren, dramatischeren Gradmesser für das Ausmaß des Rastplatzproblems. Wenn Lastwagenfahrer ihre Pausenzeiten nicht einhalten, drohen sie zu übermüden. Das gilt als ein Hauptgrund für schwere Verkehrsunfälle, die immer wieder passieren, auch auf Autobahnen rund um Unna. Überfüllte Rastplätze veranlassen manchen Fahrer, am Steuer zu bleiben anstatt sich hinzulegen. So argumentiert auch Deges: „Mehr LKW-Stellplätze für mehr Verkehrssicherheit“.

Video
Deges-Video: Bedarf an LKW-Stellplätzen

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