4000 junge Bäume müssen in Massen dem Autobahnausbau weichen

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Sie sind vielleicht 1,80 Meter hoch, doch viel größer werden sie nicht wachsen können: Die 4000 Bäume, die 2015 auf einer Fläche nördlich der Unnaer Straße gepflanzt wurden, müssen gefällt werden.

Massen

, 28.11.2018, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eichen, Buchen, Erlen, Winterlinden und Stieleichen: 4000 dieser Bäume wachsen auf der Dreiecksfläche nördlich der Unnaer Straße und südlich der Eisenbahnstrecke, die hier die Autobahn 1 kreuzen. Gepflanzt auch als Abgrenzung zwischen Anwohnern, Autos und Zügen, werden sie in ein paar Jahren fallen müssen - weil Bahn und Auto mehr Platz brauchen.

Wann der Umbau des Autobahnkreuzes Dortmund/Unna beginnt, dazu sagt Lars Voigtländer aus gutem Grund nichts. Zu ungewiss ist die zeitliche Schiene, auf der sich das Großprojekt bewegt. Doch der Abteilungsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßen NRW weiß eines genau: „Die Fläche nördlich der Unnaer Straße wird definitiv für die Bauarbeiten gebraucht.“

Pikant: Bei diesem 9000 Quadratmeter großen Bereich handelt es sich um jene Fläche, auf der vor knapp vier Jahren auf Wunsch von Anwohnern 4000 Bäume gepflanzt wurden - als Sicht- und Lärmschutz vor der Autobahn und der Eisenbahn. Die jungen Bäume werden wieder gefällt werden müssen, das machte Voigtländer am Dienstagabend im Umweltausschuss klar.

„Sie haben diese Bäume dahin gepflanzt mit dem Wissen, dass die Autobahn ausgebaut wird.“
Lars Voigtländer, Abteilungsleiter Planung, Straßen NRW

„Sie haben diese Bäume dahin gepflanzt mit dem Wissen, dass die Autobahn ausgebaut wird“, wehrte sich Voigtländer, als Unnas Rechtsdezernent Matthias Immick beklagte, dass Straßen NRW diese Fläche einfach für die Bauarbeiten beanspruche, obwohl sie flächenmäßig für den Ausbau der Autobahn gar nicht gebraucht werde.

Tatsächlich ist das Dreiecksgrundstück nur vorübergehend für den Autobahnausbau von Bedeutung: Die Fläche wird gebraucht, um dort die neue Eisenbahnbrücke zusammenzusetzen, die nach dem Autobahnausbau über die A1 führen soll. „Die Brückenteile müssen möglichst nah an dem späteren Standort der Brücke zusammengebaut werden. Und da führt nunmal kein Weg an dieser Fläche vorbei, weil sie am nächsten dran ist“, erklärte Voigtländer im Ausschuss.

Stadtverwaltung ging von einem Lagerplatz aus

Eine Information, die für die Stadtverwaltung neu war, wie Stadtsprecher Christoph Ueberfeld am Mittwoch auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt. „Die Information, die uns bis dato vorlag, war die, dass die Fläche als Lagerplatz für Baumaschinen und Baumaterial genutzt werden soll“, so Ueberfeld. Genau das hatte auch Matthias Immick im Ausschuss gesagt und hinterfragt, ob es dafür nicht auch andere Flächen geben würde.

Doch für den Eisenbahnbrückenbau kommt ein weiter entfernt liegendes Grundstück nicht in Frage, da die Bauteile mit einem Kran an ihren Standort gehoben werden müssen. „Und einen so großen Kran, der die Bauteile beispielsweise über die Unnaer Straße an den Brückenstandort heben kann, gibt es nicht“, so Voigtländer.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten - die bis zu zehn Jahre dauern können - wird die Fläche wieder aufgeforstet. Bezahlt wird dies vom zuständigen Straßenbaulastträger der Baumaßnahme, im Fall der Autobahn also vom Bund.

Der Radweg, der durch diese Fläche parallel zur Autobahn verläuft, soll ebenfalls wieder hergestellt werden, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind.
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