Bei der Partnersuche kann das Internet auf vielen Ebenen hilfreich sein. © picture alliance/dpa
Partnersuche im Internet

33-jähriger Bergkamener hilft „ehrenamtlich“, den Schwarm zu finden

Während viele Spotted-Seiten schon wieder eingeschlafen sind, ist die für den Kreis Unna noch relativ frisch und auch aktiv. Jetzt meldet sich der Betreiber – mit einer halben Erfolgsgeschichte.

Die hübsche Blondine von Tanksäule drei, der Mann mit den tollen Augen, der morgens in der Bahn immer freundlich lächelt. Oder der Rettungssanitäter, der einem vor Wochen den Kopf verdreht hat: Es muss ja nicht gleich Liebe auf den ersten Blick sein – auf den ersten Blick attraktiv fand aber wohl jeder schon mal jemanden. Das Objekt der Begierde direkt anzusprechen, trauen sich dann nur wenige. Wer seine Chance verpasst hat, kann sich an einen 33-Jährigen aus Bergkamen wenden. Ganz anonym und vertraulich.

Der Bergkamener betreibt die noch recht junge Facebook-Community-Seite „Spotted im Kreis Unna“. Über einen anonymen Post können Menschen dort nach Menschen suchen, die ihnen irgendwo aufgefallen sind. Vor rund zehn Jahren entwickelten sich Spotted-Seiten als Facebook-Phänomen auf der ganzen Welt. Nur eben nicht im Kreis Unna. Das holte der Bergkamener nach – und gründete die Community 2019.

Hier läuft also alles etwas zeitverzögert. Ist der Internet-Trend andernorts schon wieder eingeschlafen, suchten über die Seite des 33-Jährigen bisher rund 100 Menschen ihren Schwarm. Der letzte Eintrag ist von 21. Mai: Gesucht wird die wunderschöne, blonde Fahrerin des schwarzen Opel Astra mit Unnaer Kennzeichen. Es grüßt ein Herr von der Zafira-Rückbank aus Bremen.

Viele Spotted-Facebook-Seiten der Städte im Kreis sind inzwischen eingeschlafen. Anders sieht das in der Gruppe für den Kreis Unna aus. © Hornung © Hornung

So wie diejenigen, die hier suchen und finden können, möchte auch der Betreiber der Community-Seite anonym bleiben. Er versichert aber, dass er rein privat hinter der Seite steckt. Mit 500 Abonnenten hätte Facebook wohl auch kaum Interesse an der jungen Community. „Von professionell kann man wohl erst ab 10.000 Followern reden. Ob man dafür Geld von Facebook bekommt, weiß ich nicht, jedoch steht das für mich außer Frage.“

Sich nach einer ersten Sichtung an Spotted zu wenden, habe auch noch einen weiteren Vorteil: „So kann man anonym den ersten Kontakt herstellen, um auch den Stress mit dem Partner, der vielleicht an der Seite der Angebeteten ist, aus dem Weg zu gehen“, sagt der Bergkamener. Im Internet stellt sich dann vielleicht heraus, dass es doch nur der Bruder war.

Der Erfolg bleibt überschaubar

„Die Zeit, die ich investiere, ist überschaubar“, sagt der 33-Jährige. Die Erfolge sind es allerdings auch. „Bislang gab es ein Treffen nach einem Jahr.“ Aber die gesuchte und gefundene Dame sei zu diesem Zeitpunkt bereits in festen Händen gewesen.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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