26-Jähriger würgt in Unna seine Mutter und missbraucht den Notruf

dzGerichtsprozess

Ein 26-jähriger Mann aus Unna musste sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Er hatte seine Mutter beleidigt, sie gewürgt und dann auch noch den Notruf missbraucht.

von Jana Peuckert

Unna

, 16.07.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 26-jährige Mann machte im Sitzungssaal des Amtsgerichtes Unna aus seinen Gefühlen keine Mördergrube: „Ich schäme mich in Grund und Boden, wenn ich das höre.“ Kurz zuvor hatte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft die drei Punkte umfassende Anklageschrift verlesen.

Demnach hatte der 26-Jährige allen Grund, sich zu schämen. Hatte er doch am 12. Oktober 2019 in einer Wohnung in Unna seine Mutter zunächst unter anderem als „Kanalratte“ und „Hurentochter“ bezeichnet. Dann war der Mann handgreiflich geworden, hatte seine Mutter angespuckt, sie gewürgt, ihr gegen den Oberschenkel getreten und ihr einen Faustschlag gegen die Schulter verpasst.

Mutter unterstützte Drogenhandel nicht

Hintergrund soll gewesen sein, dass die Frau ihrem Sohn kein Geld für Drogen geben und ihn auch nicht zu seinem Dealer hatte fahren wollen. Der Angeklagte gab sämtliche verbalen und gewalttätigen Attacken zu, gab als Grund aber einen Streit mit seiner Mutter über einen Besuch bei den Großeltern an.

Auch den ihm vorgeworfenen Missbrauch von Notrufen in Verbindung mit Beleidigung räumte der 26-Jährige sofort ein. Am 25. Dezember 2019 Jahres rief er bei der Polizei an und ließ einen Beamten mit den Worten: „Fickt ihn, diesen Hurensohn“ grüßen. Er habe den Polizisten von einem Einsatz in der Wohnung seiner Mutter gekannt. Der Beamte hätte dort etwas zum Angeklagten gesagt, wodurch dieser sich persönlich angegriffen gefühlt habe. Auch das täte ihm sehr leid.

Angeklagter „auf Droge“ leicht reizbar

Bei beiden Vorfällen habe er unter dem Einfluss von Cannabis und Kokain gestanden. „Wenn ich Kokain genommen habe, war ich extrem reizbar“, erklärte der Unnaer. 2013 war er wegen Diebstahls und Erschleichens von Leistungen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, die er auch absaß. Im Anschluss daran war er einer Führungsaufsicht unterstellt, musste sich einmal im Monat melden und regelmäßige Drogen- und Alkoholtests machen.

Doch der Angeklagte verstieß gegen diese Auflagen, was die Staatsanwaltschaft zum dritten Punkt der Anklageschrift veranlasste. Nämlich dem Vorwurf, absichtlich gegen die Auflagen verstoßen zu haben. Er habe einen Rückfall gehabt und aus Angst, wieder ins Gefängnis zu müssen, die Tests nicht durchführen lassen, erklärte der Unnaer sein Verhalten.

Langes Vorstrafenregister

Auch die Gesprächstermine habe er nicht eingehalten. „Durch meinen Drogenkonsum war mir das einfach egal“, gab der 26-Jährige zu. Diese Einstellung und acht Vorstrafen unter anderem Hehlerei, Diebstahls, Betrugs und Fahren ohne Fahrerlaubnis brachten ihm am Ende eine Geldstrafe in Höhe von 4800 Euro ein.

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