1950 forderten die Gerüstbauarbeiten an der Stadtkirche den Mut eines jungen Zimmermannes

dzWeihnachten

Nicht viele Menschen hätten wohl mit den Gerüstbauern tauschen wollen, die in den vergangenen Wochen an Unnas Stadtkirche gearbeitet haben. Der 84-jährige Karl-Ernst Brackelmann weiß, wie es „da oben am Turm“ ist.

Unna

, 24.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Wenn er in den vergangenen Wochen den Turm von Unnas Stadtkirche hinauf geschaut hat, dann wird Karl-Ernst Brackelmann wohl wie kein anderer Beobachter der Gerüstbauarbeiten gewusst haben, wie es sich anfühlt, da oben in luftiger Höhe ein Gerüst aufzubauen. Allerdings waren die Bedingungen, unter denen der heute 84-Jährige Anfang der 1950er-Jahre Ähnliches leistete, gänzlich andere.

„Ich wurde an einem Seil von oben am Turm heruntergelassen, um das Gerüst aufzubauen“, erzählt Karl-Ernst Brackelmann seelenruhig. Groß gefragt wurde er, der Zimmermannslehrling, nicht, als es darum ging, den leichtesten Mann zu finden, der das Gerüst von einem Seil hängend aufbauen konnte.

Die Technik, mit der sich die heutigen Gerüstbauer helfen, gab es vor über 60 Jahren noch nicht. Doch schon damals musste der Kirchturm eingerüstet werden: „Damals mussten nach dem Krieg Steine ersetzt werden, die Bombenschüsse abbekommen hatten“, erzählt Brackelmann. Also hieß es für den jungen Karl-Ernst: Ab ans Seil und hinunter entlang der Turmmauer.

Eine Erfahrung, auf die die heutigen Gerüstbauer gewiss verzichten können - die für Karl-Ernst Brackelmann aber den Blick auf Unnas Stadtkirche für immer verändert haben.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Ordnungsdienst

Auf Streife in der Stadt: Unnas Ordnungsdienst holt jede Woche zwölf Radfahrer vom Sattel

Hellweger Anzeiger Kalenderaktion

Für die Stadtkirche: Jury hat die Motive für den Unnaer Benefiz-Kalender 2020 ausgesucht

Meistgelesen