100 Jahre alte Kastanie wird Opfer der Miniermotte

dzBaumfällung in Kessebüren

Die Fällung einer über 100 Jahre alten Kastanie in Kessebüren ist nicht zu übersehen. Der Baum stand nahe an der Fröndenberger Straße - und wurde dort nun zu einem Sicherheitsrisiko.

Kessebüren

, 05.11.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wer von Unna nach Kessebüren fährt, dem fällt dieser Tage auf, dass es direkt hinter dem Ortseingangsschild an der Fröndenberger Straße deutlich lichter wirkt. Ein Baumstumpf am linken Straßenrand liefert die Erklärung. Die über 100 Jahre alte Kastanie, die dort stand, ist gefällt worden.

„Der Baum war krank“, sagt Kreis-Pressesprecher Max Rolke auf Anfrage unserer Redaktion. „Einzelne Äste des Baumes drohten abzubrechen und auf die Straße zu stürzen - spätestens bei einem nächsten Sturm.“ Der Grund für die brüchigen Äste ist in Unna kein Unbekannter: Bisher kannte man die „Rosskastanien-Miniermotte“ allerdings in erster Linie von der Friedrich-Ebert-Straße.

Problem von der Friedrich-Ebert-Straße bekannt

Die dortigen Kastanien zeigen jeden Sommer wieder aus Neue, welche Folgen die gefräßige Motte hat: Bereits Ende Juli werden die Blätter der imposanten Bäume braun und fallen herunter. Die Larven der Motte wachsen in den Blättern heran und fressen diese im Laufe ihres Heranwachsens immer weiter auf - auf diese Weise schwächen sie den Baum immer mehr.

Ein Schicksal, das nun offenbar auch die „Dorf-Kastanie“ in Kessebüren ereilt hat. „Die halbe Krone des Baumes hing bereits über der Straße“, schildert Rolke die Erkenntnisse der Baumexperten. „Es führte kein Weg daran vorbei, die Kastanie aus Sicherheitsgründen zu fällen.“ Durch den Befall mit der Minimiermotte sei der Baum auch anfälliger für weitere Parasiten geworden, so Rolke. „Und der sehr trockene Sommer hat die Stresssituation für den Baum noch verschärft.“

100 Jahre alte Kastanie wird Opfer der Miniermotte

Die gewaltigen Ausmaße des Baumes zeugen von seinem Alter: Über 100 Jahre war die Kastanie alt. © UDO HENNES

Dass der Baum krank aussah, bestätigt auch Claudia Bettermann-Dickhut vom Hof Bettermann, auf dessen Grundstück der Baum stand. „Die Rinde war massiv beschädigt“, sagt sie über den Baum, der vor über 100 Jahren vom Urgroßvater der heutigen Hoffamilie Bettermann gepflanzt wurde. Da der Baum auf dem Bettermann-Grundstück stand, musste die Familie auch die Kosten für die Fällung des Baumes tragen. Eine Ersatzpflanzung sei natürlich vorgesehen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Einbruch

Schrott-Container an der Viktoriastraße in Unna durchwühlt: Polizei fasst Täter vor Ort

Hellweger Anzeiger Umgehungsstraße gegen Dauerstau

Den Stöpsel gegen den Stau rund um Ikea ziehen: Alle Grundstücke für die Westtangente im Sack

Hellweger Anzeiger Straßen

Fördergelder für die Anwohner: Linke sehen Chance für Ausbau der Burgstraße in Unna