Meinung

100.000 Euro für die Werkstatt: Politik darf nicht zögern

Im stets klammen Stadthaushalt sind 100.000 Euro eine Menge Geld. Diese Summe braucht die Werkstatt Unna als Corona-Nothilfe: Der Stadtrat sollte nicht zögern, meint unser Autor.
Die Werkstatt Unna fördert Jugendliche und Erwachsene beim Einstieg oder bei der Rückkehr in den Beruf. © werkstatt-im-kreis-unna.de

Wegen Corona war der Betrieb der Werkstatt Unna eingeschränkt und deswegen fehlt jetzt ein sechsstelliger Betrag in der Kasse. Sollte die Stadt Unna den Betrieb jetzt mit 100.000 Euro unterstützen? Nein, sie sollte nicht. Sie muss.

Um solche Beträge wird in Unna mitunter heftig gestritten. Der 100.000-Euro-Zuschuss für die Stadtkirchensanierung musste vor ein paar Wochen in geheimer Abstimmung beschlossen werden. 150.000 Euro für den Bau eines Gradierwerks: Auch das war knapp. Es ist richtig, dass die Politik Ausgaben in dieser Größenordnung intensiv diskutiert.

Es war auch richtig, dass die Stadt in diesen Fällen die Vorhaben unterstützt. Und wenn nun das bedeutendste Baudenkmal und eine neue Attraktion im Kurpark gefördert werden, dann muss auch Geld übrig sein für die Werkstatt. Natürlich kann man die Frage stellen, warum die klamme Stadtkasse hier einspringen muss, warum Aus- und Weiterbildung vom Staat so wackelig finanziert werden. Doch am Ende muss die Stadt hier ein Signal geben, denn die Werkstatt kümmert sich darum, dass Jugendliche nach der Schule eine Perspektive finden, dass Arbeitslose wieder an eine Beschäftigung kommen. Jeder Euro wird hier in die Selbstständigkeit von Menschen investiert. Und das zahlt sich letztlich für alle aus.

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