Wasserschaden im Café Ambiente: Gastronom trifft nach Corona der nächste Tiefschlag

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Kaum hat sich nach der Wiedereröffnung langsam Routine eingespielt, muss Hüseyin Karadogan aus Unna sein Café Ambiente wieder schließen: Ein Wasserschaden hat den Laden zerstört.

Unna

, 17.08.2020, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hüseyin Karadogan kann es nicht fassen: Gerade, als das Geschäft in seinem Café an der Massener Straße nach der coronabedingten Schließung wieder anläuft, trifft ihn der nächste Tiefschlag. Ein Wasserschaden hat den Laden unbenutzbar gemacht. Die Möbel sind durchnässt, die Decke herausgebrochen und die Tapeten aufgeweicht. Das Café Ambiente ist nun bis auf Weiteres geschlossen.

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„Mir bleibt auch nichts erspart“, sagt Karadogan. „Erst kommt Corona und jetzt das.“ Als der Inhaber am Sonntag per Telefon von einem Kunden über den Schaden informiert wird, kommt jede Rettung zu spät: Die Decke ist schon vollständig durchgeweicht; Feuerwehr und der Haustechniker bereits vor Ort, um den Schaden aufzunehmen.

Waschmaschine in Mietwohnung verursacht Wasserschaden

Die Ursache ist dann schnell gefunden: In der Mietwohnung über dem Café hat die Waschmaschine der Mieterin augenscheinlich einen Defekt. Das Wasser tritt in so großen Mengen aus, dass das Café Ambiente nun unbenutzbar ist. „Alles ist völlig hin,“ sagt Karadogan am Montag, „dabei habe ich letztens noch renoviert.“ Die Tische etwa seien nicht einmal ein Jahr alt gewesen, außerdem habe Karadogan nach Corona noch Neuanschaffungen wie Plexiglasscheiben angebracht, um die Infektionsgefahr seiner Kunden möglichst gering zu halten. All das sei nun rausgeschmissenes Geld.

Erst vor kurzem hatte Karadogan sein Café renoviert und an die coronabedingten Auflagen angepasst.

Erst vor kurzem hatte Karadogan sein Café renoviert und an die coronabedingten Auflagen angepasst. © Archiv

Die Stühle hat Karadogan nun bereits abholen lassen, sie seien nur noch ein Fall für den Sperrmüll gewesen. Ein Anblick, der dem Gastronom zu schaffen macht. Gerade erst hatte sich nach der coronabedingten Schließung wieder eine gewisse Routine eingespielt, jetzt ist der Betrieb wieder lahm gelegt. Ein Licht am Ende des Tunnels gebe es jedoch: „Die Versicherung kümmert sich bereits“, sagt Karadogan. Er hatte sich vorher gut gegen etwaige Schäden abgesichert.

Versicherung kümmert sich bereits

Dennoch fehlen ihm wichtige Einnahmen, bis er das Café wieder öffnen kann: „Das ist ja keine Geschichte von ein bis zwei Wochen. Es dauert ewig, bis alles wieder hergerichtet ist“, sagt er. Das Schwierigste sei nun etwa, die Wände trocken zu bekommen.

Besonders für seine Kunden tue ihm die Schließung leid, sagt der Gastronom, er hofft nun auf deren Verständnis. Vor Ort möchte Karadogan trotzdem sein, auch wenn er seine Gäste nicht bedienen kann. „Ich bin hier und werde grübeln“, sagt er. „Das ist einfach nicht mein Jahr.“

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