„Sättigend und stärkend“: Maibock war schon immer ein besonderes Bier - auch in Unna

dz1. Mai

Nein, mit einem Ziegenbock hat der „Maibock“ nichts zu tun. Allerdings dürfte, wer dieses besondere Bier trinkt, ebenfalls einen ziemlich dicken Schädel bekommen.

Unna

, 01.05.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 60 Jahre ist das Bild alt, das Wolfgang Patzkowsky jetzt in einem Umschlag in seinem Briefkasten fand. Darauf zu sehen: Eine lustige Runde Männer und Frauen, die ganz offensichtlich dem Anstich eines Fasses Bier entgegenfiebern. Es ist ein besonderes Bier: Der „Maibock“ der Linden-Adler-Brauerei 1959.

Ein Plakat unter dem Fass zelebriert den Anstich dieses besonderen Bieres. „Die Lindenbrauerei hat immer einen Maibock gebraut“, weiß Wolfgang Patzkowsky. In seiner Sammlung zeugen zahlreiche Etiketten aus verschiedenen Jahren von dem Maibock aus Unna. Den „Linden Mai Bock“ ziert passenderweise ein Maikäfer.

Ein Maikäfer ziert passenderweise das Etikett dieses Maibocks aus der Lindenbrauerei.

Ein Maikäfer ziert passenderweise das Etikett dieses Maibocks aus der Lindenbrauerei. © privat

Ein typisches Frühjahrsbier sollte der Maibock sein. Der Monat Mai liegt da strategisch günstig, nach dem langen Winter, aber noch vor den Sommermonaten mit ihren ganz eigenen Bieren. Ein Bockbier, weiß Wolfgang Patzkowsky, lässt sich auch nicht „einfach so“ trinken wie jedes andere Bier. „Bockbiere sind Starkbiere“, erklärt er, „sie haben in der Regel einen Alkoholgehalt von 6 bis 8,5 Prozent.“

Der Ursprung der Bockbiere ist nicht so ganz eindeutig: Während die einen Quellen davon sprechen, dass es ein Bier war, das nach der langen Fastenzeit getrunken wurde, gibt es andere Thesen, nach denen das Starkbier gerade während der Fastenzeit beliebt war, da es „sättigend und stärkend“ war.

Auch einen „hellen Bock“ braute die Linden-Adler-Brauerei. Kennzeichen der Bockbiere: Sie sind Starkbiere, haben also mindestens 6 Prozent Alkohol.

Auch einen „hellen Bock“ braute die Linden-Adler-Brauerei. Kennzeichen der Bockbiere: Sie sind Starkbiere, haben also mindestens 6 Prozent Alkohol. © privat

Wolfgang Patzkowsky kann beiden Erklärungen etwas abgewinnen: „Wenn man nach der Fastenzeit das erste Bier wieder trinkt, wollte man vielleicht eines, das richtig nach etwas schmeckt und das man merkt. Da kann ein Starkbier natürlich viel.“ Andererseits sei ein besonders sättigendes Bier als Flüssigkeit während der Fastenzeit auch durchaus denkbar.

„Weil er so gut ist“ - so bewarb die Linden-Adler-Brauerei ihren „Festbock“.

„Weil er so gut ist“ - so bewarb die Linden-Adler-Brauerei ihren „Festbock“. © privat

So oder so hat der „Maibock“ seinen Namen definitiv nicht von einem Ziegenbock - auch wenn es durchaus Brauereien gibt, auf deren Bockbier-Etiketten ein solcher abgebildet ist. „Der Name leitet sich von der ehemaligen Hansestadt Einbeck in Niedersachsen ab, wo im Mittelalter das erste schwere und starke Bier dieser Art gebraut wurde“, erklärt Wolfgang Patzkowsky.

In Unna waren Bockbiere offenbar beliebt. Auch einen „Festbock“ hat die Lindenbrauerei gebraut. Ein Etikett der Linden-Adler-Brauerei preist das festliche Starkbier an: „Linden-Festbock...weil er so gut ist!“

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