Nach Corona-Fall an Nicolaischule: Rektor beruhigt besorgte Eltern

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Am Dienstag ist ein Corona-Fall an der Nicolaischule in Unna bestätigt worden. 35 Personen der OGS befinden sich nun in Quarantäne. Was bedeutet das für den weiteren Schulbetrieb?

Unna

, 16.09.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem am Dienstag ein Corona-Fall an der Nicolaischule in Unna aufgetreten ist, befinden sich nun vier Erwachsene und 31 Kinder in Quarantäne. Was bedeutet das für die restlichen Schüler an der Nicolaischule? Dürfen Eltern ihre Kinder vorsorglich zuhause behalten? Und wie verhält es sich mit Geschwisterkindern von Kontaktpersonen? Für viele Eltern stellen sich jetzt Fragen.

„Natürlich sind die Eltern jetzt verunsichert, aber wir versuchen, so gut es geht, ihnen die Ängste zu nehmen.“
Schulleiter Gabriel Rosenberg

Bei Schulleiter Gabriel Rosenberg klingelt am Mittwochmorgen erheblich öfter als sonst das Telefon: Einige Eltern fragen sich, ob sie ihr Kind weiterhin unbesorgt zur Schule schicken können, andere fragen, ob sie ihr Kind bei leichten Erkältungssymptomen lieber zuhause lassen – und wieder andere fragen sich, ob das Geschwisterkind einer Kontaktperson den Unterricht besuchen darf. Schulleiter Rosenberg versucht, Gelassenheit zu vermitteln: „Natürlich sind die Eltern jetzt verunsichert, aber wir versuchen, so gut es geht, ihnen die Ängste zu nehmen.“

„Gesundheitsamt hat den Hut auf“

Schließlich arbeite die Schule eng mit dem Gesundheitsamt des Kreises zusammen und hält sich strikt an die Anweisungen der Behörde: „Bei einen Corona-Fall hat das Gesundheitsamt den Hut auf“, sagt Rosenberg“, es teilt uns genau mit, wie wir jetzt zu verfahren haben.“ Nicht nur, was die 35 Personen in Quarantäne angeht, sondern auch, was die weiteren Schüler betrifft.

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„Die Schulpflicht für Schüler außerhalb des Kontaktkreises der infizierten Person besteht weiterhin. Es gibt keinen Grund, warum diese Kinder nicht zur Schule gehen sollten.“
Max Rolke, Gesundheitsamt Unna

So erklärt etwa Max Rolke, Pressesprecher des Kreises Unna: „Die Schulpflicht für Schüler außerhalb des Kontaktkreises der infizierten Person besteht weiterhin. Es gibt keinen Grund, warum diese Kinder nicht zur Schule gehen sollten.“ Die Maßnahmen zur Kontakteindämmung und Rückverfolgung bei Infizierten seien so wirkungsvoll, dass das Infektionsrisiko für unbeteiligte Schüler sehr gering sei.

Bei Erkältungssymptomen zuhause bleiben

Natürlich seien Eltern im Einzelfall dazu berechtigt, Kinder bei Erkältungssymptomen zuhause zu lassen. Dies ist sogar ausdrücklich erwünscht: „Wer krank ist, bleibt zuhause“, so Rolke. Wer lediglich verunsichert ist, aber nicht. Sofern keine Härtefallregelung oder Vorerkrankung vorliegt, müssen die Kinder demnach zur Schule kommen.

Schulleiter Rosenberg erklärt jedoch, dass einige Schüler am Tag nach Bekanntwerden des Corona-Falls nicht im Unterricht erschienen sind. Ausschließlich auf Corona möchte er dies jedoch nicht zurückführen: „Die Krankmeldungen hielten sich heute noch in Grenzen. Momentan geht ohnehin auch eine Erkältungswelle herum“, so seine Einschätzung.

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Für die Schüler und Mitarbeiter der OGS in Quarantäne steht derweil nun erstmal der Corona-Test an. Dieser erfolgt am Donnerstag zentral im Gesundheitsamt des Kreises. Erziehungsberechtigte sollen dann zum geladenen Termin mit ihren Kindern vorstellig werden. Die ersten Testergebnisse liegen am Freitag vor, vermutet Rolke, vollständig seien diese am Montag vorhanden.

Auch bei negativem Ergebnis gilt zweiwöchige Quarantänepflicht

Wichtig sei für die Getesteten dann: Selbst wenn das Ergebnis negativ ist, gilt die zweiwöchige Quarantänepflicht. Geschwisterkinder hingegen dürfen den Unterricht ganz normal besuchen.

Ganz ohne Unterricht bleiben aber auch die Kontaktpersonen der zweiten Jahrgangsstufe an der Nicolaischule nicht: Sie stehen in täglichem Austausch mit ihren Klassenlehrern und haben Aufgaben für Zuhause erhalten. Gegebenenfalls blicken sie auch per Videochat in den Unterricht.

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