Aschewolken bis Mallorca

Waldbrände in Spanien: Menschen springen in Panik aus dem Zug – viele Verletzte

Ein Zug muss in Spanien wegen starken Rauchs auf der Strecke halten. Passagiere geraten in Panik und springen aus dem Zug - mitten in einen Waldbrand. Acht Menschen verletzen sich dabei schwer.
Zwei Löschhubschrauber bekämpfen einen Waldbrand in Bejís, Castellón.
Zwei Löschhubschrauber bekämpfen einen Waldbrand in Bejís, Castellón. Das Feuer hat bereits rund 4.000 Hektar in einem Umkreis von 50 Kilometern verbrannt. Nach Angaben des Ministerpräsidenten der Regionalregierung von Valencia wurden zwischen den beiden Bränden, die jetzt in der Region aktiv sind, bereits 2.000 Menschen evakuiert. © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS

Bei verheerenden Waldbränden in der spanischen Urlaubsregion Valencia sind zahlreiche Passagiere eines Regionalzuges im Gebiet Bejís verletzt worden. Auch zwei Feuerwehrleute seien in der Gegend verletzt worden, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“ am Mittwoch. Dieser und ein weiterer Waldbrand weiter südlich in der Region Vall d’Ebro hätten bereits insgesamt rund 15.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört. 2000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Brandbekämpfer hofften unterdessen auf Regen, den es möglicherweise in der Nacht zu Donnerstag geben sollte.

Zu dem Zwischenfall mit dem Zug sei es am Dienstag gekommen, als dieser seine Fahrt wegen starker Rauchentwicklung rund 60 Kilometer nordwestlich von Valencia stoppten musste, um zum Startbahnhof zurückzukehren, berichteten die Nachrichtenagentur Europa Press und der staatliche TV-Sender RTVE. Einige Passagiere seien bei dem kurzen Stopp, während dessen die Lokführerin von einem Ende zum anderen des Zuges gerannt sei, in Panik aus den Waggons gesprungen. Acht Passagiere seien mit zum Teil schweren Verbrennungen und anderen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es. Die Flammen in der Region Bejís hätten bisher etwa 4000 Hektar Wald zerstört. Ein ähnliches Szenario gab es bereits vor einem Monat, als Passagiere aus einem Zug die Flammen in der Nähe filmten.

Weiter südlich in der Region von Vall d’Ebo wütete weiter einer der verheerendsten Waldbrände der vergangenen zehn Jahre der autonomen Gemeinschaft Valencia. Dort habe das am Samstag ausgebrochene Feuer bereits 11.000 Hektar Wald zerstört, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Mittwoch unter Berufung auf Feuerwehrsprecher.

Aschewolken erreichen auch Ferieninsel Mallorca

Ob auch Touristen in Sicherheit gebracht wurden, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Das Feuer wütete weniger als 50 Kilometer von Badeorten an der Costa Blanca entfernt, die auch bei deutschen Touristen beliebt sind, wie zum Beispiel Jávea und Dénia. Die Rauchsäulen waren weithin zu sehen, die Aschewolken erreichten inzwischen nach Medienberichten auch die knapp 300 Kilometer entfernte Mittelmeerinsel Mallorca.

Im Zusammenspiel mit einer seit Monaten anhaltenden Dürre, großer Hitze sowie sehr trockener Luft kommt es bereits seit Juni immer wieder zu Waldbränden. 2022 ist für Spanien das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen. Seit Jahresbeginn wurde nach Messungen des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus bei Hunderten von Waldbränden schon eine Fläche größer als die des Saarlandes ein Raub der Flammen.

dpa

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