Tödlicher Hitzesommer 4.500 Menschen sterben an den Folgen der extrem hohen Temperaturen

Redakteur
Eine Frau kühlt sich ab: Bei Verdacht auf einen Hitzschlag oder Sonnenstich: Erst mal raus aus der Sonne und den Kopf kühlen.
Der heiße Sommer 2022 brachte an manchen Tagen unerträgliche Temperaturen mit sich. Für viele Menschen war das unangenehm, für 4.500 Menschen in Deutschland aber sogar tödlich. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
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Der Hitzesommer 2022, der jetzt Ende Oktober mit ungewöhnlich milden Sommertagen seine erträgliche Fortsetzung findet, hat in Deutschland vielen Menschen den Tod gebracht. Das geht aus einer Studie hervor, die das Robert-Koch-Institut (RKI) vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Betrachtet wurde dabei die Zeit bis zum 16. September.

Dass der Sommer 2022 der sonnigste und viertwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 war, hatte schwerwiegende Folgen. Laut RKI gehen deutschlandweit rund 4.500 Todesfälle auf das Konto der extrem hohen Temperaturen. Das seien ähnlich viele Hitzetote wie in den Jahren 2015, 2019 und 2020.

Ursache nicht nur Hitzschlag

Für den Tod durch Hitze geht das RKI nicht nur von einer Ursache, sondern von vielen Konstellationen aus. Die Todesursachen reichten von Hitzschlag bis hin zum kritischen Zusammentreffen mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Lungenkrankheiten.

Besonders hohe Todeszahlen waren laut RKI mit rund 2.000 im Westen (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Süden (Bayern, Baden-Württemberg) mit 1400 Betroffenen zu verzeichnen. Bereits zwischen 2018 und 2020 sei es erstmals seit 1992 in drei aufeinander folgenden Jahren zu einer signifikanten Anzahl hitzebedingter Sterbefälle gekommen.

Mehr Corona-Sterbefälle

Die neue Studie des RKI enthält auch einen interessanten Aspekt zum Thema Corona. So sei im Sommer 2022 erstmals eine erhöhte Zahl von Sterbefällen durch Covid 19 während Hitzeperioden aufgetreten.

Das RKI geht in seiner Untersuchung davon aus, dass Hitze und eine Corona-Infektion „im Wesentlichen unabhängige Ursachen“ für eine Übersterblichkeit darstellen. Unter „Übersterblichkeit“ versteht man eine Sterblichkeit, die über das hinausgeht, was im Vergleich zum langjährigen Mittel zu erwarten wäre.

Man gehe zwar davon aus, dass die Hitze „keinen relevanten Einfluss“ auf die Corona-Sterbefälle gehabt habe. Das RKI stellt aber auch fest: „Es ist denkbar, dass in einzelnen Fällen eine Kombination beider Faktoren (Covid 19 und zusätzliche Hitzebelastung) zum Tod geführt hat.“ Mehr könne man anhand der vorliegenden Daten dazu allerdings nicht sagen.

Düstere Zukunftsaussichten

Die Zukunftsperspektiven, die das RKI in seiner Studie aufzeigt, sind wenig erfreulich: „Es ist davon auszugehen, dass es durch den Klimawandel auch in Zukunft vermehrt zu Perioden extremer Hitze in Deutschland kommen wird, die weitreichende gesundheitliche Risiken mit sich bringen können.“