Neue Omikron-Varianten: Was wir über BA.4 und BA.5 wissen

Ein Mitarbeiter nimmt einen Abstrich von einer Patientin für einen PCR-Test auf das Coronavirus vor einer Arztpraxis.
Ein Mitarbeiter nimmt einen Abstrich von einer Patientin für einen PCR-Test auf das Coronavirus vor einer Arztpraxis. © picture alliance/dpa
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Die Omikron-Familie wächst: Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag mitteilte, verfolgt sie einige Infektionsfälle mit zwei weiteren Schwestervarianten der Corona-Variante Omikron – BA.4 und BA.5. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Neben BA.1 und der in Deutschland aktuell dominierenden Omikron-Variante BA.2 sind auch die Subtypen BA.1.1 und BA.3 schon länger im Visier der WHO.

Nur wenige Fälle bisher

Der Subtyp BA.4 wurde erstmals in Südafrika festgestellt, berichtet die UK Health Security Agency. Laut Angaben der öffentlichen Datenbank Gisaid seien demnach Infektionen mit dem Subtypen BA.4 bis Ende März in Südafrika, Dänemark, Botswana, England und Schottland festgestellt worden.

Fälle mit dem BA.5-Subtyp waren bis vergangene Woche lediglich in Südafrika aufgetreten. Am Montag teilte das Gesundheitsministerium von Botswana jedoch mit, es habe vier Fälle von BA.4 und BA.5 festgestellt, berichtet Reuters. Alle seien bei Personen im Alter von 30 bis 50 Jahren nachgewiesen worden, die vollständig geimpft waren und leichte Symptome hatten.

Nicht mehr Infektionen oder Krankenhauseinweisungen

Ersten Experten-Einschätzungen zufolge besteht derzeit jedoch kein Anlass zu großer Sorge: „No cause for alarm“, schrieb etwa der Experte Tulio de Oliveira beim Kurznachrichtendienst Twitter. De Oliveira ist Professor für Bioinformatik und leitet das Centre for Epidemic Response and Innovation (CERI), das Zentrum für Epidemiebekämpfung und Innovation, der Stellenbosch Universität in Südafrika. In Südafrika gebe es aufgrund der neuen Subtypen keine größere Zunahme von Infektionsfällen, Krankenhaus-Einweisungen oder Todesfällen.

Laut de Oliveira weisen BA.4 und BA.5 viele ähnliche Mutationen wie die anderen Omikron-Varianten auf. So hätten sie etwa ein ähnliches Spike-Protein, jedoch mit ein paar zusätzlichen Mutationen. Mit dem Spike-Protein entert das Virus menschliche Zellen, es ist der Ansatzpunkt für Impfstoffe wie etwa von Biontech/Pfizer. Nun gehe es darum herauszufinden, ob die Unterschiede von BA.4 und BA.5 zu anderen Omikron-Varianten einen Effekt hätten und sich auf das epidemiologische Geschehen auswirkten, so de Oliveira. Entsprechende Forschungsarbeit sei bereits im Gange.

Dass Viren mutieren und dadurch möglicherweise ihre Eigenschaften verändern, ist normal. Weltweit gehen laut WHO aktuell 94 Prozent der Corona-Infektionen auf den Omikron-Subtyp BA.2 zurück, der damit Typ BA.1 also fast vollständig verdrängt hat.

RND/vv

Der Artikel "Neue Omikron-Varianten: Was wir über BA.4 und BA.5 wissen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland