Hotels müssen schließen: Wo gilt in Deutschland wieder ein Beherbergungsverbot?

In Teilen Deutschlands müssen Hotels aufgrund der Infektionslage wieder schließen. © picture alliance/dpa
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Lange sah es so aus, als ob der Winterurlaub in Deutschland zumindest für Geimpfte und Genesene ohne größere Einschränkungen stattfinden könnte. Doch nun schießen die Corona-Zahlen in die Höhe, Krankenhäuser sind vielerorts an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. In der Folge ziehen immer mehr Bundesländer die Reißleine – und kündigen Teil-Lockdowns an, die einen Urlaub dort unmöglich machen.

Bayern: Kein Urlaub in Corona-Hotspots

Die bayerische Staatsregierung verschärft die Corona-Maßnahmen angesichts der stark steigenden Inzidenzen massiv, das berichtet „BR24“. Ab Mittwoch, 24. November, gelten dann besonders in den Hotspots mit einer Inzidenz von über 1000 für drei Wochen starke Einschränkungen.

Am 20. November liegt der Wert in neun bayerischen Landkreisen über dieser Marke: Freyung-Grafenau (1564,7), Rottal-Inn (1474,5), Passau (1155,8), Mühldorf a. Inn (1140,9), Traunstein (1122,9), Berchtesgadener Land (1089,1), Landshut (1081,3), Dingolfing-Landau (1062,3), Deggendorf (1055,4). Dort wird das öffentliche Leben ab Mittwoch weitestgehend heruntergefahren: Gastronomie, Hotels und alle Sport- und Kulturstätten müssen schließen.

In allen anderen Regionen gilt die 2G-Pflicht für Hotels und Gastronomie, Zutritt haben hier nur Geimpfte und Genesene. Ausnahmen gibt es für ungeimpfte Geschäftsreisende, die einen negativen PCR-Test vorweisen müssen, und Jugendliche ab zwölf Jahren. Außerdem werden in ganz Bayern auch 2021 aufgrund der hohen Corona-Zahlen keine Weihnachtsmärkte stattfinden.

Sachsen im Teil-Lockdown: Hotels müssen schließen

In Sachsen kommt das Beherbergungsverbot zurück: Das Bundesland geht ab dem 22. November in einen Teil-Lockdown. Touristische Reisen, das Übernachten in Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätzen und Pensionen ist dann verboten. Ausnahmen gelten nur für Geschäftsreisende, diese müssen die 3G-Pflicht beachten und einen negativen Corona-Test, eine Impfung oder Genesung nachweisen. Außerdem dürfen in Sachsen keine Weihnachtsmärkte stattfinden, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet. Die Innengastronomie soll nur mit 2G und von 6 bis 20 Uhr öffnen dürfen. Die neuen Maßnahmen gelten vorerst bis zum 12. Dezember.

Kann ich das Hotel kostenlos stornieren?

Urlauberinnen und Urlauber haben nach Angaben von Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen, wenn die Unterkünfte Reisende aus Corona-Hotspots aufgrund einer Verordnung nicht beherbergen dürfen.

Anders sieht es aus, wenn die Urlaubenden nicht mehr verreisen wollen, weil sie einen negativen Corona-Test oder einen Impfnachweis vorlegen müssen. „Da eine Übernachtung in dem Hotel generell möglich ist, hat der Gast keinen Anspruch, die Buchung kostenlos zu stornieren. Das Verwendungsrisiko liegt hier beim Mieter der Unterkunft“, so Degott gegenüber dem reisereporter.

Gleiches gilt, wenn Urlauberinnen und Urlauber ein Hotel in einem Corona-Hotspot in Deutschland gebucht haben, aber nicht mehr dorthin reisen wollen: Sofern die Unterkunft weiterhin geöffnet hat und es keinen gesetzlichen (Teil-) Lockdown gibt, kann der Aufenthalt stattfinden – somit können Reisende nicht grundsätzlich kostenlos stornieren. Es sei denn, die Stornierungsbedingungen des Hotels lassen dies zu. Wenn es aber zu einem regionalen Lockdown kommt, muss das Hotel den Aufenthalt kostenlos stornieren.

Lockdown, 2G oder 3G: Corona-Regeln der Bundesländer für Reisende

In ganz Deutschland wurden die Corona-Maßnahmen zuletzt verschärft: Bund und Länder haben über einheitliche Regeln entschieden, die auch Reisende betreffen. So gilt etwa in Bus und Bahn künftig 3G. Außerdem gilt bei einer bestimmten Hospitalisierungsrate flächendeckend die 2G-Regel.

Diese tritt in Kraft, wenn der Hospitalisierungsindex (Zahl der coronabedingten Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen) den Schwellenwert drei überschreitet. Aktuell gelten folgende Regeln in den Bundesländern:

Baden-Württemberg: Seit 17. November gilt Corona-Alarmstufe, daher gilt 2G-Regel für Restaurants, Kinos, Bäder und Theater. In Hotels und anderen touristischen Unterkünften müssen Ungeimpfte einen aktuellen negativen PCR-Test vorlegen.

Bayern: Als Reaktion auf die völlig außer Kontrolle geratene Corona-Pandemie hat Bayern weitgehend eine 2G-Regelung eingeführt. Bei roter Krankenhausampel wie derzeit gilt nun auch in Gaststätten, in Hotels und anderen Beherbergungs­betrieben, dass nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt haben. Ein PCR-Test reicht künftig nicht mehr aus. In bayerischen Hotspots mit Sieben-Tage-Inzidenz über 1000 müssen Hotels für drei Wochen schließen.

Berlin: Nach der Einführung der 2G-Regel am 15. November könnte ab nächster Woche die Möglichkeit von 2G plus hinzukommen. Während bei 2G nur Geimpfte und Genesene zugelassen würden, könne 2G plus etwa heißen, dass zusätzlich auch Abstände eingehalten oder Masken getragen oder negative Tests vorgelegt werden müssten.

Brandenburg: Die 2G-Regel – geimpft oder genesen – ist in der Gastronomie und in touristischen Übernachtungsbetrieben Pflicht. Die neuen Maßnahmen sollen vorerst bis zum 5. Dezember gelten.

Bremen: In der Stadt Bremen gilt die niedrigste Warnstufe null. Dadurch entfällt auch die verpflichtende 3G-Regel in Innenräumen.

Hamburg: Wer ins Hotel, Theater, Kino oder Restaurant will, muss ab dem 20. November einen 2G-Nachweis bei sich führen.

Hessen: Die 2G-Regel ist optional, es gilt aber verpflichtend die 3G-Regel für den Urlaub im Hotel oder den Besuch im Restaurant.

Mecklenburg-Vorpommern: Voraussichtlich ab nächster Woche gilt in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend 2G. Dann muss in Hotels, Bars, Restaurants und bei Veranstaltungen der Nachweis über eine Impfung oder Genesung vorgelegt werden.

Niedersachsen: Derzeit gilt in vielen Bereichen die Option für 2G – etwa für Restaurants, Hotels, den Kulturbereich oder größere Veranstaltungen.

Nordrhein-Westfalen: Wegen der sich verschlechternden Lage will auch NRW flächendeckend die 2G-Regel einführen, voraussichtlich nächste Woche, wie der „Westfälische Anzeiger“ berichtet. Der Urlaub im Hotel oder der Besuch im Restaurant ist dann nur noch für Geimpfte und Genesene möglich. Bisher kann die Regel optional selbstständig von den Betrieben eingeführt werden.

Rheinland-Pfalz: Ab Mittwoch, 24. November, soll parallel zum Inkrafttreten des neuen Bundesrechts in Rheinland-Pfalz grundsätzlich die 2G-Regel beim Zutritt zu Veranstaltungen, Hotels und Gaststätten sowie Dienstleistungen gelten, berichtet der „SWR“.

Saarland: Ab 22. November könnten verschärfte Regeln in Kraft treten: Das Kabinett habe sich am Dienstag auf die Einführung der 2G-Regel im Innenbereich verständigt, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer in Saarbrücken mit.

Sachsen: Ab Montag, 22. November, ist ein Urlaub in Sachsen erst einmal nicht mehr möglich. Bis mindestens 12. Dezember gilt ein touristischer Lockdown mit Beherbergungsverbot für Touristinnen und Touristen in Hotels und anderen Unterkünften.

Sachsen-Anhalt: Eine verpflichtende 2G-plus-Regel soll nicht sofort kommen, obwohl die Ministerpräsidenten sie am Donnerstag ab einer Hospitalisierungsrate von mehr als sechs beschlossen hatten. In Sachsen-Anhalt liegt der Wert bei knapp zwölf. In dem Bundesland gilt ab 24. November flächendeckend 2G in Innenräumen.

Schleswig-Holstein: Ab dem 22. November gilt in Innenräumen von Freizeiteinrichtungen flächendeckend 2G – ein Urlaub im Hotel oder der Besuch im Restaurant ist für Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, dann nicht mehr möglich.

Thüringen: Das Thüringer Kabinett hat die Einführung einer 2G-Pflicht für weite Teile des öffentlichen Lebens beschlossen. Demnach sollen unter anderem in der Gastronomie, in touristischen Unterkünften und zu Veranstaltungen nur noch Menschen Zutritt haben, die gegen Corona geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind.

RND

Der Artikel "Hotels müssen schließen: Wo gilt in Deutschland wieder ein Beherbergungsverbot?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland