Impfmarathon

Bundesländer geben Corona-Impfstoff an Tschechien weiter

Das von der Corona-Pandemie schwer getroffene Tschechien bekommt Hilfe von drei deutschen Bundesländern. Tschechien hat derzeit die höchste Infektionsrate in der ganzen EU.
Für Menschen mit Vorerkrankungen, die sich in der Liste der Coronaimpfverordnung nicht wiederfinden wurde ein pragmatisches Verfahren“ geschaffen, um den Betroffenen bestmöglich zuweiterhelfen. © picture alliance/dpa/APA

Sachsen, Bayern und Thüringen wollen Tschechien mit Corona-Impfstoff aushelfen. Ab Montag sei die Lieferung von insgesamt 15.000 Impfstoff-Dosen an das Nachbarland geplant, sagte Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber am Sonntag. Zuvor hatte MDR Aktuell darüber berichtet. Die tschechische Regierung werde demnach über die weitere Verteilung entscheiden.

Tschechien hat gegenwärtig die höchste Infektionsrate in der ganzen EU. Das Land mit 10,7 Millionen Einwohnern registrierte seit Beginn der Pandemie rund 1,2 Millionen Infektionen. Mehr als 20.000 Corona-Patienten starben.

„Alternativlose Hilfsmaßnahme“

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kündigte an, der Freistaat werde einige Tausend Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs aus der für den Fall von Lieferausfällen angelegten Sicherheitsreserve zur Verfügung stellen. „Ich halte diese Hilfsmaßnahme angesichts der Tragödie für alternativlos“, teilte sie der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag mit.

Derweil gilt in Tschechien von Montag an ein deutlich härterer Corona-Lockdown. Die Menschen dürfen ihren jeweiligen Bezirk für drei Wochen nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Erlaubt bleiben Fahrten zur Arbeit, zum Arzt und zu Behörden, wenn schriftliche Nachweise erbracht werden.

Die 77 Bezirke entsprechen in ihrer Größe den Landkreisen in Deutschland. Mehr als 25.000 Polizisten und bis zu 5000 Soldaten sollen die Einhaltung der strikten Maßnahmen kontrollieren. Bei Missachtung drohen Geldstrafen von umgerechnet mehr als 400 Euro.

RND/dpa

Der Artikel "Bundesländer geben Corona-Impfstoff an Tschechien weiter" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
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