Generationenwechsel bei den Fußballer des Königsborner SV: Mit einem jungen Vorstand soll schon bald an „alte Zeiten“ angeknüpft werden. Ein Interview mit Daniel Krahn und Gottfried Böcker.

Unna

, 25.10.2018, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußballer des Königsborner SV spielen in der Kreisliga A (2) eine eher unscheinbare Rolle. Der 13. Tabellenplatz steht derzeit zu Buche. Nicht gerade berauschend. Das soll anders werden. Bei der Jahreshauptversammlung im Februar 2019 stellt sich ein junger Vorstand zur Wahl, zu dem mit Daniel Krahn auch der Gründer des „Urlaubsgurus“ gehört. Gottfried Böcker, seit 16 Jahren und auch aktuell Abteilungsleiter der KSV-Kicker, stellte die Pläne zusammen mit Daniel Krahn bei einem Besuch in der Sportredaktion unserer Zeitung vor.

Wie kam es dazu, dass der KSV im Frühjahr auf einen neuen, jungen Vorstand setzen wird?

Böcker: Über Sven Runge haben wir von dem Interesse gehört. Dann hat sich zunächst ein Teil des Vorstands zu informellen Gesprächen getroffen. Wir wären ja schlecht beraten, wenn wir der Sache nicht positiv gegenüber stehen würden. Die Jungs wissen, wie wir hier beim Königsborner SV ticken.“

„Wir-Gefühl“ soll Königsborner SV wieder stark machen

Daniel Krahn erläuterte seine Pläne. © Stefan Milk

Krahn: Der KSV ist der Heimatverein von mir und meinen beiden Mitstreitern Lukas Bronner und Sven Runge, zudem sind wir alle drei befreundet. Wir haben mal zusammengesessen und überlegt, wie wir dem Verein helfen können. Unserer Generation wird ja nachgesagt, dass sie sich zu wenig engagiert. Wir wollen das Gegenteil beweisen.

Wie steht´s denn um den KSV?

Böcker: Der Verein liegt ja nicht am Boden, wir sind ganz gut aufgestellt. Aktuell stellen wir drei Seniorenteams, eine Alte Herren und acht Jugendmannschaften. Aber: Viele wissen gar nicht, wie viele Personen damit beschäftigt sind, damit 22 Personen Fußball spielen können.

Krahn: Das stimmt, der Verein liegt nicht am Boden, hat aber auch schon bessere Zeiten erlebt. Wir wollen hier wieder etwas Nachhaltiges aufbauen. Jeder muss sich mit dem Verein identifizieren. Wandervögel brauchen wir nicht, die können gerne weiter wandern.

Wie soll das funktionieren, wie genau sieht der Plan aus?

Krahn: Wir sind dabei, den Vorstand zusammenzustellen. Erste Gespräche sind vielversprechend verlaufen. Die zahlreichen Aufgaben sollen auf möglichst viele Schultern verteilt werden. Dafür sollte jede Position im Vorstand doppelt besetzt sein. Das wird hier keine One-Man-Show. Wir sind auch froh, dass wir dem aktuellen Vorstand über die Schulter schauen und von ihm lernen können.

Böcker: Wichtig für den Erfolg ist auch, dass wir endlich unseren zweiten Kunstrasenplatz bekommen. Die Abteilung hat 500 Mitglieder und wir haben schon jetzt zu wenig Platz. Es macht ja wenig Sinn, wenn eine Mannschaft nur am Mittelkreis trainieren kann. Dann bleibt auch der Erfolg aus.

„Wir-Gefühl“ soll Königsborner SV wieder stark machen

Gottfried Böcker ist aktueller KSV-Chef. © Stefan Milk

Ist es denn damit zu rechnen, dass die Mitglieder der Neuorientierung zustimmen?

Böcker: Es handelt sich hier doch nicht um eine feindliche Übernahme. Es wird sich hier keine Opposition bilden.

Krahn: Wir sind schließlich alle Königsborner.

Kommen wir zu den sportlichen Zielen. Wie sehen die aus?

Krahn: Königsborn ist der größte Stadtteil Unnas. Wir wollen den KSV wieder zu alter Stärke führen. Es geht aber nicht nur um Punkte, Tore und Meisterschaft. Wir sagen auch nicht, dass alle Jugendteams sofort doppelt besetzt sein müssen, oder die erste Mannschaft gleich aufsteigen muss. Noch einmal: Es geht uns um Nachhaltigkeit und darum, dass sich alle mit dem Verein identifizieren. Stimmt das Gemeinschaftsgefühl, steigert dies auch die Attraktivität des Vereins. Die Größe eines Vereins misst sich ja nicht an der Ligazugehörigkeit.

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