Handball-Chef Wilhelm Barnhusen: „Viele haben es schlicht und einfach vergessen“

dzHandball

Wilhelm Barnhusen, der Präsident des Westfälischen Handballverbandes, nimmt im Interview Stellung zum neuen Handballportal „Handball4all“, einer Verbandsreform und den heimischen Clubs.

Unna

, 13.01.2020, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Präsident des Westfälischen Handballverbandes, der Unnaer Barnhusen, verfolgt das sportliche Geschehen im heimischen Sportkreis sehr aufmerksam. Der Sportredaktion stand er für ein Interview zur Verfügung.

Die Hälfte der Saison 19/20 ist gespielt, noch immer läuft das neue Portal „Handball4all“ nicht richtig rund. Wann sind denn dort wieder alle Spielernamen und Torschützen wie früher im „sis-handball“ aufgeführt?

Die Voraussetzungen dafür sind schon geschaffen. Nur: Jeder einzelne Spieler muss im System ein Häkchen setzen, mit dem er sein Einverständnis erklärt, dass sein Name dort veröffentlicht wird. Das haben aus meiner Sicht viele schlicht und einfach vergessen. Wir arbeiten daran, dass die Quote verbessert wird. Aber: Wenn jemand bewusst gegen eine Veröffentlichung ist, setzt er eben kein Häkchen.

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Wie viele Spieler zählt denn der Westfälische Verband und wie viele davon haben bisher ihr Einverständnis gegeben?

In Westfalen haben wir etwa 90.000 aktive Spieler, bundesweit sind es 750.000. Ich denke, wir liegen in Westfalen nach meiner Einschätzung bei gut 20 Prozent.

Die Mitgliederzahlen der Handballvereine sinken, gibt es Bemühungen, die Trendwende zu schaffen?

Die Mitgliederzahlen waren zuletzt doch eher stabil. Wir haben aber 2017 eine Strukturreform beschlossen. Am 28. März treffen sich die Präsidenten aller Landesverbände, um daran weiter zu arbeiten.

Handball-Chef Wilhelm Barnhusen: „Viele haben es schlicht und einfach vergessen“

Im Spiel des ASV Hamm gegen Gummersbach sei „doch vieles Stückwerk“ gewesen, moniert Wilhelm Barnhusen. © asv

Was beinhaltet diese Strukturreform?

Aktuell haben wir 22 Landesverbände. Das ist eindeutig zu viel. Zum Beispiel Bremen oder Rheinhessen könnten mit anderen Verbänden zusammengelegt werden. Es ist geplant, zehn übergeordnete Förderregionen zu bilden. Jede davon soll zwei Trainer einstellen, die intensive Mitgliederwerbung betreiben.

Wie soll das konkret aussehen?

Die sollen sich unter anderem in der Schulung und Ausbildung von Vereinstrainern einbringen, zudem zum Beispiel in Schulen für unseren Sport werben.

Zur Lage im heimischen Handballkreis: Wie beurteilen sie die Situation der Handballfrauen des Königsborner SV, die ja in die 3. Liga ausgestiegen sind?

Die schlagen sich doch bisher ganz beachtlich. Die letzte Niederlage gegen den TV Aldekerk darf man nicht überbewerten. Die wollen mit Macht noch eine Klasse höher. Wenn der KSV in der Rückrunde so wie in der Hinrunde auftritt, schaffen sie auch den Klassenerhalt. In dieser Liga zu bestehen, ist nicht leicht, denn die Erstliga-Reserveteams aus Blomberg, Leverkusen und BVB Dortmund stellen zahlreichen junge Auswahlspielerinnen.

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Der Männerhandball in Unna spielt aktuell nur eine Nebenrolle. Nun haben sich die SG Massen und die HSG Unna zur SGH Unna Massen zusammengetan. Kann die an erfolgreichere Zeiten anknüpfen?

Zurzeit sieht es ja so aus. Man muss aber sehen, dass die Mischung aus jungen und älteren Spielern stimmt. Aktuell sind da doch einige Leistungsträger über 30 Jahre alt.

Höherklassig spielt der ASV Hamm-Westfalen. Schafft der den Aufstieg in die 1. Liga?

Der Handball-Region täte dies sicher sehr gut. Ich habe aber das Spiel in der Westfalenhalle zwischen dem ASV und dem VfL Gummersbach gesehen. Wenn eins dieser beiden Teams es tatsächlich schafft, müssen sie noch einiges tun, wenn die Klasse halten wollen. Da war doch vieles Stückwerk.

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