Die U23-Europameisterschaft ist vorbei, die deutschen Titelkämpfe stehen vor der Tür. Julia Ritter aus Oberaden blickt aber noch weiter - sogar ins nächste Jahr.

Oberaden

, 18.07.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit einem strahlenden Lächeln hält Julia Ritter aus Oberaden ihre EM-Medaille in der Hand. Im Kugelstoßen holte die 21-Jährige im schwedischen Gävle Bronze. Mit dem Diskus verpasste sie nur knapp das EM-Podium der U23-.Athletinnen. Enttäuscht ist sie aber keineswegs. Sie bleibt ihrer Linie treu und peilt die nächsten Bestmarken mit Kugel und Diskus an wie sie im Gespräch mit Sportredakteur Thorsten Teimann verriet.

? Sie waren U18-Weltmeisterin im Kugelstoßen, sind Sie nicht ein wenig enttäuscht, dass es in Schweden „nur“ Bronze gab?

Nein, überhaupt nicht. Mit steigendem Alter steigt auch das Niveau der Wettbewerbe. Ich freue mich riesig über die Bronzemedaille. Ich hatte im Vorfeld nicht so große Ambitionen, wenngleich jeder Athlet sicher auf das Podium möchte. Aber schon Platz drei war nicht einfach, zumal die spätere Europameisterin Alina Kenzel auch schon einmal die 18-Meter-Marke geknackt hat.

? Wann also knacken Sie die 18 Meter?

Das ist nun wirklich schwer zu sagen. Meine Bestmarke liegt bei 17,40 Meter. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin würde ich mich schon über eine hohe 17 freuen. 17,70 Meter in diesem Jahr wären schon toll. Der Rest könnte dann 2020 folgen. Man kann so etwas schwer vorhersagen. Im Vorjahr beispielsweise stagnierte meine Leistung beispielsweise leicht.

? Sie waren in Schweden die einzige Athletin, die in zwei Disziplinen an den Start ging. Irgendwie ist das Freud und Leid für Sie, oder?

Ja, ich liebe halt beide Disziplinen. Ich möchte nicht nur eine Sache machen, das ist mir zu langweilig. Diskus und Kugel sind ja auch zwei technische Disziplinen, die man gut nebeneinander trainieren kann. Und ja, es stimmt: Auf der anderen Seite gibt die Konkurrenz 100 Prozent für ihre eine Sportart. Noch aber kann ich mit beiden Disziplinen leben. Die Ergebnisse unterstreichen das ja auch, ich bin immerhin dritt- und viertbeste U23-Athletin in Europa. Irgendwann werde ich mich wohl spezialisieren müssen.

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? Spätestens bei der DM in Berlin Anfang August müssen Sie das machen!

Ja, das stimmt wohl. Der Diskus- und der Kugelstoß-Wettkampf sind zeitgleich im Olympiastadion angesetzt. Warum, das kann ich leider nicht sagen. Ich habe so etwas auch noch nicht erlebt - zumal das die nationalen Wettkämpfe sind und nicht die NRW Open in Bottrop, als ich zwischen beiden Wettbewerben hin- und hergelaufen bin. Das geht in Berlin nicht. Wir haben schon einen Antrag auf Entzerrung des Zeitplans gestellt. Ich habe aber wenig Hoffnung.

Warum Athletin Julia Ritter ihre Ausbildung ruhen lassen möchte

Die Freude über EM-Bronze war groß bei (v.l.) Oma Rosemarie, Mutter Kartin, Julia, Schwester Emily und Vater Reiner Ritter © Privat

? Anschließend steht der Urlaub an?

Ja, dann lege ich einmal kurz die Beine hoch und fahre mit meinen Eltern nach Dänemark. Ich habe Gefallen an Skandinavien gefunden. Zuvor gehe ich aber vermutlich noch bei der Oberadener Dreikampf-Woche an der Start, die Zeit nehme ich mir immer. Hier sind schließlich viele Freunde und Bekannte..

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? Wie sieht der Fahrplan für das restliche Jahr aus?

Ende August werde ich noch an den deutschen Polizeimeisterschaften teilnehmen. Ob ich aber meine Ausbildung bei der Bundespolizei in diesem Jahr fortsetze, ist fraglich. 2020 stehen die Olympischen Spiele in Tokio an. Es kann durchaus sein, dass ich eine Ausbildungspause einlege und mich auf die Olympia-Qualifikation konzentriere. Die Möglichkeit besteht, das kann ich selbst entscheiden. Und um den dritten Qualifikationsplatz für Tokio kann man immer mal mitkämpfen.

? Ansonsten starten sie für ein anderes Land!!

Es gibt einige Nachbarländer, für die ich die nationale Norm locker schaffen könnte. Aber nein, das kommt für mich gar nicht infrage. Ich starte für Deutschland. Ich wäre im anderen Fall auch noch zwei Jahre lang gesperrt. Nein, dafür mache ich meinen Sport zu gerne.

? Dann haben Sie es nie bereut, dass sie sich komplett für den Sport entschieden haben?

Nein, ich liebe das, was ich gerade mache. Der ein oder andere sagt da schon einmal, Du machst ja „nur“ Sport. Ich arbeite aber auch täglich. Habe zweimal am Tag Training und komme auf gut sechs Stunden - meistens sogar mehr. An den Wochenenden bin ich auch im Einsatz. Und im Rahmen meiner Ausbildung bin ich auch regelmäßig bei der Bundespolizei. Gut, meine Pausen kann ich mir selbst einteilen, aber ich arbeite wie jeder andere auch.

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