Spieler des VfK Weddinghofen zu Geldstrafe von 3.600 Euro verurteilt

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Ein Spieler der zweiten Mannschaft des VfK Weddinghofen wurde am Freitag vom Amtsgericht Kamen wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro verurteilt.

von Jana Peuckert, Michael Friehs

Kamen

, 29.11.2019, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist geschehen? Bereits während des Spiels der Kreisliga D (2) zwischen VfK Weddinghofen II und GS Cappenberg III soll es am 28. Oktober des vergangenen Jahres in Bergkamen zu Rudelbildung und Rangeleien gekommen sein. Kurz vor dem Abpfiff der Partie glich Cappenberg zum 2:2 aus. Bei diesem Resultat blieb es, das Spiel kam mit diesem Ergebnis auch in die Wertung. Während die Gäste jubelten, schienen die Weddinghofer von dem Ergebnis nicht so begeistert zu sein. In der Cappenberger Kabine eskalierte die Situation schließlich. Gestern wurden die Streitigkeiten vor dem Amtsgericht verhandelt.

Der Richter zeigte sich davon überzeugt, dass der angeklagte Weddinghofener seinen Gegenspieler gewürgt und ihm einen Faustschlag in die Rippengegend verpasst hatte. Der Entscheidung ging eine umfangreiche Beweisaufnahme mit Zeugen aus beiden Lagern voraus. Der Angeklagte gab an, er sei mit zwei seiner Kameraden zur gegnerischen Kabine gegangen, um um mehr Ruhe zu bitten. Die Cappenberger hätten gegen die Tür gehämmert. Irgendwann sei diese aus den Angeln gesprungen. Er und seine Begleiter seien nicht in die Kabine hineingegangen. Es habe überhaupt keine Körperverletzung gegeben. Zwei Weddinghofer Zeugen bestätigten diese Angaben.

Gewürgt und geschlagen

Die Cappenberger, allen voraus der Geschädigte, schilderten das Geschehen hingegen ganz anders. Danach seien der Angeklagte und zwei weitere Spieler in die Kabine gestürzt und hätten dabei die Tür ausgehebelt. Der 28 Jahre alte Angeklagte sei auf den Torwart der Cappenberger losgegangen. Dass es dabei zu einer Körperverletzung gekommen war, darin waren sich die Zeugen einig. Einen Schlag gesehen hatte jedoch niemand. Lediglich ein Griff an den Hals des 20-Jährigen war beobachtet worden. Nach dem Duschen hätten einige Zeugen eine deutliche Prellmarke am Thorax gesehen. Der Geschädigte selbst konnte sich noch gut an die Tat erinnern. Die Tür sei aufgeflogen und drei Weddinghofer hereingestürmt. Der Angeklagte sei erst auf einen anderen Spieler los, dann auf ihn. Er habe ihn am Hals gepackt und einen Faustschlag gegen die Rippen gegeben. „Ich habe versucht, seine Hand von meinem Hals weg zuziehen. Dabei hat mein Finger knacks gemacht“, erklärte er. Wie sich später herausstellte, hatte sich der Geschädigte beim Befreiungsversuch einen Kapselriss am Finger zugezogen. Zudem war der Thorax geprellt.

Am Ende glaubte der Richter den Cappenbergern. Deren Aussagen seien detaillierter gewesen. Die Weddinghofer Zeugen müssten nun mit Verfahren wegen Falschaussage rechnen.

Sportrechtlich müssen der VfK und dessen betroffenen Spieler indes keine Maßnahmen befürchten. Kreisschiedsrichter-Chef Torsten Perschke bestätigte gestern, dass in dem Spielbericht keine Eintragung des Schiedsrichters aus Werne vermerkt ist, die Partie somit als regelkonform beendet gilt. Nachträglich wegen dieses Vorfalls tätig zu werden, sei nicht geplant und auch gar nicht möglich. „Alles was der Aufmerksamkeit des Schiedsrichters entgeht, ist für uns nicht mehr relevant. Außerdem ist die Sache aus meiner Sicht auch schon verjährt“, sagt Perschke.

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