Verbandsligist SuS Oberaden ist zum Nichtstun verurteilt

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Coronavirus: Auch die Spieler des Verbandsligisten SuS Oberaden sind zum Nichtstun verurteilt. Spielertrainer Mats-Yannick Roth hofft, dass es bald weitergeht.

Oberaden

, 20.03.2020, 09:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die massiven Einschränkungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zur Eindämmung der Corona-Pandemie machen auch vor dem Sport keinen Halt. Die heimischen Handballer müssen mindestens bis zum 19. April pausieren. Unsere Sportredaktion sucht in der ebenso unfreiwilligen wie unumgänglichen Pause den Draht zu den Protagonisten der heimischen Handball-Szene. Heute im Gespräch: Mats-Yannick Roth, Spielertrainer des SuS Oberaden.

Herr Roth, wie haben Sie mit Ihrer Mannschaft die Unterbrechung, die noch mit mindestens Mitte April anhalten wird, aufgenommen?

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Wir bedauern es natürlich sehr, dass wir unserem Hobby, in welches wir so viel Zeit und Leidenschaft investieren, nun erst einmal nicht mehr nachgehen können. Die Richtigkeit dieser Entscheidung, erst einmal alle Hallen dichtzumachen, wird dabei überhaupt nicht infrage gestellt. Es soll ja den ein oder anderen geben, der gar nicht weiß, was er mit der plötzlichen Freizeit alles anfangen soll..

In welchem Rahmen können Sie derzeit noch mit Ihrer Mannschaft trainieren?

Im Prinzip gar nicht. Die Hallen sind zu, die Fitnessstudios auch. Zunächst waren gemeinschaftliche Ausdauereinheiten im Wald oder am Kanal in Rünthe angedacht, aber das haben wir zu Beginn der Woche dann auch alles abgeblasen. Die Gesundheit geht vor und wir hoffen alle, dass sich die Umstände schnell wieder verbessern..

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In der Verbandsliga lief es für Sie und ihren SuS Oberaden zuletzt ziemlich durchwachsen. Platz neun mit 16:22 Punkten lautete die Bilanz nach 19 Spielen – als Absteiger. Wie bewerten Sie die Saison 2019/2020?

Der reine Blick auf die Tabelle stimmt niemanden bei uns zufrieden, das sollte klar sein. Es müssen aber die Umstände berücksichtig werden, die nun einmal nicht wegzudiskutieren sind. Als Oberliga-Absteiger haben uns fünf Spieler verlassen bei nur einem Neuzugang, wir müssen beruflich bedingt häufig auf drei, vier Stammspieler verzichten. Eine geregelte Vorbereitung auf die bevorstehenden Meisterschaftsspiele war in vielen Fällen nur schwer möglich, sodass mich einige Resultate der Mannschaft sogar noch positiv überrascht haben..

Spielertrainer Mats-Yannick Roth (re.) vor dem Warmmachen.

Spielertrainer Mats-Yannick Roth (re.) vor dem Warmmachen. © Neumann

Welche Entwicklungen haben Sie im Laufe der Saison ausgemacht?

Zum einen die individuelle Entwicklung. Es rücken bei uns viele Spieler in den Fokus, die im Jahr zuvor vielleicht noch nicht so im Mittelpunkt standen und nun viel mehr gefordert sind. Dass so ein Prozess nicht ohne Rückschläge vonstattengeht, war zumindest uns Verantwortlichen eh klar. Zum anderen haben wir unser Spiel als Mannschaft etwas verändert. Die Spiele, in denen wir erfolgreich waren, haben wir von unserer Disziplin und der richtigen Balance gelebt. Es geht bei uns nur im Kollektiv, weil mit ein, zwei Ausnahmen die großen Einzelkönner eben fehlen..

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Wie sollte es für Sie und Ihr Team weitergehen? Bei einem endgültigen Saisonabbruch blieben Sie wohl in der Liga.

Ich bin mir sicher, dass wir auf sportlichem Wege den Klassenerhalt in der Verbandsliga schaffen. Von daher hoffe ich darauf, dass es irgendwie weitergeht. Alleine, weil ich noch Lust auf ein paar Spiele mit den Jungs habe. Abzusehen ist aber noch nichts. Weder in die eine, noch in die andere Richtung..

Was war in der Saison 2019/2020 das beste Erlebnis mit Ihrer Mannschaft?

Der Auswärtssieg in Riemke war schon besonders wichtig für uns. Nach toller erster Halbzeit haben wir frühzeitig zwei Rote Karten gesehen und mussten uns mit acht Mann da irgendwie durchbeißen. Am Ende hat es zu einem 30:29 gereicht und wir waren alle total erleichtert..

Was war in der Saison 2019/2020 das bitterste Erlebnis?

Im Februar haben wir innerhalb von zwei Wochen zwei richtige Klatschen gegen Bommern und Gevelsberg bekommen. Da wurden uns unsere Defizite im Zusammenspiel und im Selbstverständnis in den Offensivaktionen gnadenlos aufgezeigt und wir haben deutlich zu spüren bekommen, wie wichtig gemeinsame Trainingsarbeit für unsere Art des Handballs ist. Das war ziemlich brutal..

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie bewerten Sie die bislang gespielte Saison?

Mit einer 4..

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