Trainer Alex Berger hört nach der Saison beim FC TuRa Bergkamen auf. Über die Kreisliga A (2) staunt er aber nach wie vor – und hält sie für attraktiver als die Bezirksliga 8.

Bergkamen

, 06.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Interview mit der Sportredaktion nennt der 50-Jährige die Gründe für seine Entscheidung. Er bewertet die Kreisliga A (2) und sieht den FC TuRa Bergkamen auf einem guten Weg. Und: In seinen Augen muss das Ziel nicht unbedingt der Aufstieg sein.

Nach drei Jahren FC TuRa Bergkamen ist Schluss, warum eigentlich?

Ich habe beim FC TuRa Bergkamen nach wie vor eine gute Zeit, das kann ich nicht anders sagen. Ich denke, dass wir den großen Umbruch eingeleitet haben, den es fortzuführen gilt. Dabei höre ich jetzt auf, sonst nutzt es sich ab. Es ist an der Zeit, dass die Spieler jetzt einen neuen Mann an der Spitze sehen.

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Wie geht´s für Sie dann nach der Saison weiter?

Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt ehrlich gesagt noch nicht sagen. Mir war es jetzt vor allem wichtig, frühzeitig meinen Verein über meine Absichten zu informieren, damit der Club genügend Zeit hat, um sich um einen Nachfolger zu kümmern. Das habe ich immer so gehalten. Vielleicht liege ich ab Juli öfter auf der Couch. Vielleicht habe ich einen neuen Trainer-Job. Ich kann mir auch eine Tätigkeit bei einem Club in einer anderen Funktion vorstellen. Ich lasse das alles locker auf mich zukommen.

„Bei den vielen Winter-Transfers komme ich ins Staunen.“
Alex Berger

Im aktuellen Ligenbetrieb der Kreisliga A (2) läuft es für den FC TuRa mit Platz acht mittelprächtig. Eigentlich müsste der Verein doch zurück in die A (1) wechseln!?

Wenn ich alleine auf die Anzahl der Winter-Transfers in unserer Liga schaue, dann komme ich ganz schön ins Staunen. Da müsste neben uns noch so manch anderer Verein die Liga wechseln. Im Winter sind die Ablösesummen frei verhandelbar. Es ist erstaunlich, dass in der Kreisliga A (2) so viel Geld fließt. Und das kann ich mir irgendwie gar nicht erklären.

Sind das erste Anzeichen von Neid, die da aufkommen?

Nein, das möchte ich so nicht sagen. Wenn man nur auf Geld setzt, dann legen die Spieler, die kommen, eben auch vermehrt Wert auf Geld und nicht den Verein. Ich denke, dass es wichtig ist, dass die Akteure nicht vergessen, für welchen Verein sie auflaufen. Es ist bei meiner Arbeit ganz schön, auf andere Dinge Wert zu legen. Es geht nicht nur um Geld.

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Anfragen werden gewiss nicht auf sich warten lassen. Der BSV Heeren sucht ja einen Trainer. Oder soll es noch höher gehen?

Es hat bislang noch keinen Kontakt zu irgendeinem Verein gegeben, die ganze Sache ist ja noch frisch. Mit dem BSV Heeren hat es schon einmal vor Jahren ein Gespräch gegeben, mehr nicht. Einen höheren Verein, bei dem drei Mal in der Woche ein Training ansteht, werde ich allein aus beruflichen Gründen nicht trainieren können.

Was ist also in der Rückserie mit dem FC TuRa noch möglich?

Wir wollen vor allem in unserer Spielweise besser und konstanter werden. Daraus sollte dann resultieren, dass wir von Platz acht aus noch einige Plätze nach oben klettern. Aber eines muss man wissen: Das ist in dieser Ausnahmeliga sehr schwierig. Wir wollen unseren Fans und Mitgliedern besseren Fußball zeigen. Das allein wäre schon schön.

„Das Aufstiegsspiel ist für jeden Spieler ein tolles Erlebnis.“
Alex Berger

Muss der FC TuRa in einer so attraktiven Klasse eigentlich irgendwann einmal in die Bezirksliga aufsteigen?

Ich denke, dass die „Acht“ keine interessante Liga ist. Hier spielen zwei Unnaer Vereine und die Holzwickeder Reserve. Vielleicht steigt der KSV noch dorthin auf, aber ansonsten ist es eine reine Dortmunder Liga. Da hat die Kreisliga A lukrativere Duelle zu bieten.

Aber allein ein Aufstiegsspiel wäre doch schon toll, oder?

Ja, die Aufstiegsspiele sind eine super Sache. Die Mannschaften, die jedes Mal dabei sind, sind zu beneiden, weil es ein tolles Erlebnis für jeden Spieler ist. Wenn dann am Ende kein Sieg herausspringt, ist es aber auch nicht so schlimm, denke ich. Immerhin bleibt man dann in der interessanten Kreisliga A.

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